Leu (Jos.), schweiz. Parteiführer, geb. 1800 zu Ebersol im Kanton Luzern, war Landwirt und Viehzüchter und wurde 1830 in den Gesetzgebenden Körper gewählt, wo er Führer der ultramontanen Partei wurde und eine Revision der Verfassung im Sinne derselben durchsetzte. Durch die von ihm bewirkte Berufung der Jesuiten zur übernahme der Seminarien und des theol. Lehrstuhls am Lyceum zu Luzern stürzte er den Kanton in den Bürgerkrieg. Er wurde 19. Juli 1845 von einem gewissen Jakob Müller ermordet. Leube (Wilh. Olivier), namhafter Mediziner, geb. 14. Sept. 1842 zu Ulm, studierte 1861—65 zu Tübingen und Zürich Medizin, widmete sich 1866 zu Berlin unter Du Bois-Reymond und Rosenthal, 1867 zu München unter Liebig dem Studium der physiol. Chemie und wurde im folgenden Jahre erster Assistent der medizin. Klinik zu Erlangen. Nachdem er 1872 als Nachfolger Gerhardts zum ordentl. Professor der speziellen Pathologie und Therapie und zum Direktor der medizin. Klinik zu Jena ernannt worden, siedelte er 1874 in gleicher Stellung nach Erlangen über. L. erwarb sich besonders um die örtliche Behandlung der Magen- und Darmkrankheiten (vermittelst der muniige sonde und Magenpumpe), sowie um die künstliche Ernährung der Kranken große Verdienste, gab auch ein sehr brauchbares Präparat zur Ernährung von Magenkranken an. (S. Leubes Fleischsolution.) Außer zahlreichen veröffentlichte er; «Uber die Wirkung des Dünndarmsaftes » (Erlangen 1868), «liber die Ernährung vom Mastdarm aus» (Lpz. 1872), Die Krankheiten des Magens und Darms» (in Ziemssens großem 4(Handbuch der Pathologie und Therapie» (Lpz. 1875), «Die Magensonde » (Erlangen 1879), „Die Lehre vom Harn» (mit Salkowski, Berl. 1883), «über die Bedeutung der Chemie in der Medizino (Berl. 1884).