Leueitoäder, früher übliche Nebenbezeichnung für das Ikositetrader des regulären Systems, weil vermeintlich das Mineral Leucit darin krystallisiert; sie ist nicht mehr statthaft, nachdem diese Form des Leucits als eine Kombination des tetragonalen Systems erkannt wurde. Leucitophyr, Name für diejenigen Gesteine, in denen größere Krystalle von Leucit (s. d.) deutlich hervortreten; dazu gehören z. B. die meisten Laven des Vesuvs, manche aus der Umgegend von Rom, aus der Nachbarschaft des Laachersees in Rheinpreußen. Leucle., bei naturwissenschaftlichen Namen Ab-⸗ Nessen für Leuckart (Friedr. Sigismund) und dessen Neffen Karl Georg Friedr. Rudolf Leuckart. Leuckart (Friedr. Sigismund), Zoolog, geb. zu Helmstedt 1794, gest. als Professor der Zoologie zu Freiburg i. Br. 1843, schrieb namentlich über die «Helmintheno (1827) und „Zoolog. Bruchstücker (3 Hefte, 1820—42). Leuckart Garl Georg Friedr. Rud.), namhafter Zoolog, geb. 7. Okt. 1823 zu Helmstedt, befuchte das Gymnasium daselbst und studierte in Göttingen, wo er von Rud. Wagner mit der Vollendung von dessen »Lehrbuch der Zootomies (2 Bde., Lpz. 1843—47) betraut wurde. L. erhielt 1845 eine Anstellung am physiol. Institut in Göttingen, habilitierte sich daselbst 1847 für die zoolog. Disciplinen, und folgte 1850 einem Rufe als außerord. Professor der Zoologie nach Gießen, wo er 1855 eine ord. Professur für dieses Fach, sowie auch fur vergleichende Anatomie erhielt. Seit Ostern 1870 bekleidet er die ord. Professur der Zoologie und Zootomie in Leipzig. L. hat seine wissenschaftliche Thätigkeit vorzugsweise den sog. wirbellosen Tieren zugewandt. den Geiträgen zur Kenntnis wirbelloser Tierer (mit Frey, Braunschw. 1848) faßte er die morpholog. Beziehungen zwischen den Cuvierschen Akalephen un Aussel richtig auf und begründete hierdurch die Aufstellung einer neuen Hauptabteilung des Tierreichs (der Cölenteraten). Ebenso gelang es L., in den Schriften «Uber den Polymorphismus der Individuen oder die Erscheinungen der Arbeitsteilung in der Naturv» (Gieß. 1851) und den Zoolog. Untersuchungend (Gieß. 1853) die verwickelten Organisationsverhältnisse der Siphonophoren nach dem Prinzip der Arbeitsteilung zu deuten und diese Tiere, die man früher für Einzelwesen gehalten hatte, als Tierstöcke mit polymorphen Individuen nachzuweisen. Ferner veröffentlichte er Untersuchungen über die Mikropyle der Insekteneier (1855) und die Parthenogenese der Insekten, besonders der Bienen und die Fortpflanzung der Rinderläuse (1862) und viviparen Fliegenlarven (1865). Am bekanntesten ist L. durch seine apistischen und helmintholog. Forschungen geworden. Namentlich waren es seine Entdeckungen über die Trichinen (Untersuchungen über Trichina Sspiraliso, Lpz. 1861; 2. Aufl. 1866) und Finnen (in Die Blasenbandwürmer und ihre Entwickelunge, Gieß. 1856), die in den weitesten 40* Aufsehen erregten. Ebenso verdankt man L. die Kenntnis von der Entwickelungsgeschichte und Metamorphose der Pentastomen (1861), o Handbuch chen und Nematoden. Sein Lehr⸗ und Handbuch über Die Parasiten des Menschen und die von denselben herrührenden Krankheiteno (2 Bde., Lpz. 1863 —76; 2. Aufl. 1879 fg.) ist als Hauptwerk uber diese Geschöpfe zu betrachten. Von den übrigen Arbeiten L.s sind hervorzuheben: »Studien uber die Wrbetlofen und Verwandtschaftsverhältnisse der wirbellosen Tieres (Braunschw. 1848), der Artikel cZeugunge in Rud. Wagners «Handwörterbuch der Physiologies (Bd. 4), die uung der Puniüber Fortpflanzung und Entwickelung der Pupipareno (1859) und die mit Bergmann gemeinschaftlich bearbeitete Vergleichende Anatomie und Physiologies (Stuttg. 1852). Für das Handbuch der Ophthalmologies von Graefe und Sämisch lieferte er (Bd. 2, 1875) eine eingehende Darstellung von der vergleichenden Anatomie des Auges. Die seit 1848 für das «Archiv für Naturgeschichtes von ihm gelieferten jährlichen «Berichte über die wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte der niedern Tieres setzte er bis 1879 fort.