FeedLeueippus (grch. Leukippos)
NaturlehreBrockhaus 1882

Leueippus (grch. Leukippos), der Stifter der atomistischen Schule in der griech. Philosophie und Vorgänger des Demokrit, nach einigen aus Abdera, nach andern aus Elea oder aus Milet gebürtig, lebte um 500 v. Chr. Es ist wenig Sicheres über ihn bekannt. Sein Lehrer soll Parmenides der Eleat gewesen sein. Ohne Zweifel wurde sein System durch die eleatische Lehre hervorgerufen. Die Eleaten leugneten nämlich die Wirklichkeit der Bewegung, den leeren Raum und überhaupt die Vielheit der Dinge, indem sie alles, was ist, für Eins, dieses eine Seiende aber für unveränderlich und alle Veränderungen für bloßen Schein erklärten. L., von der Realität der Bewegung überzeugt, nahm zur Erklärung derselben einerseits den leeren Raum, andererseits eine unendliche Menge von Atomen an, denen er die eleatischen Begriffsbestimmungen des Seienden, die qualitative Einsachheit, Unteilbarkeit, Unveränderlichkeit und Unvergänglichkeit zuschrieb, und die er nur durch ihre Gestalt und Lage verschieden dachte. Die weitere Ausbildung der Lehre erfolgte durch Demokrit (s. d.). Leucisciden, s. Weißfische. Leuciscus, s. Weißfisch. Leucit, ein Mineral, welches in seiner reinsten Zusammensetzung des aus 55 Proz. Kieselsäure, 23,5 und somit das kalireichste Silicat darstellt; seine 24flächige Krystallform, früher als das reguläre Ikositetraäder aufgefaßt, Ran nach den Untersuchungen von G. vom Rath dem tetragonalen System an, und muß als die Kombination einer Pyramide mit einer ditetragonalen Pyramide gedeutet werden. Das Mineral ist graulichweiß bis aschgrau, glasglänzend, im Bruch fettglänzend, halbdurchsichtig bis kantendurchscheinend; es steht in der Härte zwischen Apatit und Feldspat und erweist sich vor dem Lötrohr ganz unschmelzbar und unveränderlich, wird aber von Salzsäure völlig zersetzt unter Abscheidung pulveriger Kieselsäure. Im Innern umschließt es gewöhnlich dem bloßen Auge sichtbare oder mikroskopisch kleine fremde Körperchen, Augitkryställchen, glasige oder schlackige Partikel, Magneteisenkörnchen, oft sehr regelmäßig und zierlich gruppiert. Sehr merkwürdig ist die Beobachtung von Klein, daß eine geschnittene Platte von L. in erhöhter Temperatur ihre Zusammensetzung aus sehr zahlreichen Zwillingslamellen gänzlich verliert und optisch einfache Lichtbrechung erlangt. Der L. ist ein Gemengteil aller Laven des Vesuv; ebenso findet er sich in den Laven des Albanergebirges bei Rom, in denen von Acquapendente, Viterbo, Rocca monfina (wo Krystalle von nen von Rieden am Laachersee und solchen vom Kaiserstuhl. 2* hat er sich in mikroskopischer Kleinheit auch als ein Gemengteil mancher bwöhnlicher Basalte, Phonolithe und Laven, z. B. des Erzgebirges, Böhmens, der Rhön, Sardiniens, der kleinen Insel Bawean, nördlich von Sumatra, und sehr reichlich in einem Gestein von den sog. Leueite-Hills im nordamerik. Territorium Wyoming vorgefunden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 36Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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