Leutschau (ungar. Löcse), königl. Freistadt und Hauptstadt des Zipser Komitats in Ungarn, ist Sitz der Komitatsbehörden und eines königl. Gerichtshofs, Station der Kaschau-Oderberger Eisenbahn, hat viele altertümliche Gebäude, eine sehr alte kath. Kirche mit einer berühmten, neu restaurierten Orgel und einem herrlichen got. Hochaltar, ein kath. Oberschnte, ene eine Oberreal⸗ und eine höhere Töchterchule, einen Minoritenkonvent, zwei Buchdruckereien, von denen die eine, 1585 errichtet, zu den ältesten in Ungarn gehört, eine Kreditbank und eine Sparkasse, und zählt (1880) 6603 meist deutsche E., welche neben Handel und Gewerben beträchtlichen Feld⸗ und Gartenbau treiben; die leutschauer Erbsen bilden in ganz Ungarn einen bedeutenden Handelsartikel. L. wurde 1240 unter Bela IV. gegründet und war lange die blühendste und durch lebhaften Handel reichsie Stadt Oberungarns. Die vielfachen Belagerungen und Stürme, welche sie in den Zeiten Bocskays, Bethlens, Tökölys, Raköczys und in den Religionskämpfen bestand, brachten die Stadt um ihre polit. Bedeutung.