Leyser (Polykarp), luth. Theolog, geb. 18. März 1552 zu Winnenden in Württemberg, studierte in Tübingen, wurde 1570 dort Repetent, 1573 Pfarrer zu Gellersdorf in Niederösterreich, 1577 Pfarrer, Superintendent und Professor der Theologie zu Wittenberg. In dieser Stellung war L. als eifriger Vertreter der luth. Orthodoxie an der Einführung der Konkordienformel und der Verdrängung des Kryptocalvinismus mitbeteiligt. Als dieser nach Kurfürst Augusts Tode (1586) wieder an Einfluß gewann, folgte L. 1587 einem Ruf als Prediger nach Braunschweig, aber der Sturz des Kryptocalvinismus in Kursachsen führte ihn 1592 nach Wittenberg zurück. Im J. 1594 kam L. als Hofprediger und Konsistorialrat nach Dresden und wirkte hier bis an seinen Tod 22. Febr. 1610, Von seiner Gesinnung zeugt die Abhandlung: „(Ob, wie und warum man lieber mit den Papisten Gemeinschaft haben und gleichsam mehr Vertrauen zu ihnen tragen soll, als mit und zu den Calvinisten. kürzung für Leysser (Friedr. Wilh. von).