Mörlin (Joachim), Vertreter der streng luth. Orthodoxie, geb. 6. April 1514 zu Wittenberg, studierte zu Wittenberg, wurde hier 1536 Magister, wirkte darauf als Prediger in Wittenberg, Cislehen, Wollin und wurde 1540 Superintendent zu Arnstadt. Wegen seines Eifers für reine Lehre und strenge Zucht 1543 seines Amtes entsetzt, ging er 1544 als Superintendent und Schulinspektor nach Göttingen, mußte aber Jan. 1550 auch von hier weichen, weil er das Interim nicht annehmen wollte, und wurde Prediger in Königsberg i. Pr. Anfangs hielt er sich zu Osiander, dann bekämpfte er dessen Ansichten in der heftigsten Weise, wes halb er 1553 die Stadt verlassen mußte. Er ging als Superintendent nach Braunschweig und wurde 1567 nach Königsberg zurückberufen, zunächst vorübergehend zur Neuordnung der Kirche Preußens, alsdann dauernd als Bischof von Ermeland. Er starb 23. Mai 1571. Vgl. C. A. Hase, Herzog Albrecht und sein Hofpredigern (Lpz. 1879); Walther, J. Mörlino (Arnstadt 1856).