Liberins, Papst 352 — 366, Bucho während des Streites der Arianer zu den Bischöfen, welche wegen ihrer Weigerung, die Verurteilung des Athanasius auf den Synoden zu Arelate (353) und Mailand (355) zu unterschreiben, abgesetzt und verbannt wurden. An seine Stelle ernannte Constantius den Felir zum Bischof von Rom, welcher, obwohl katholisch gesinnt, doch mit den Arianern in Kirchengemeinschaft trat. Um seine Würde wiederzuerlangen, 359 vachena L. 358 einen, nach anderm Bericht 358 nacheinander zwei semiarianische Glaubensformeln und W darauf mit kaiserl. Erlaubnis nach Rom zurück. Trotzdem gilt er als ein Heiliger der röm.⸗und griech.⸗kath. Kirche; jene hat ihm den 27. Aug., diese den 23. Sept. geweiht. Tiber pontificalis oder Gesta pontifiaum heißt eine fälschlich dem Anastasius Bibliothecarius (s. d.) zugeschriebene Sammlung von Biographien der röm. Päpste von Petrus bis Conon (687), welche nachmals stückweise fortgesetzt wurde. Dieselbe geht auf ein älteres Werk zurück, welches unter Papst Gelasius (gest. 496) oder bald nachher auf Grund der alten röm. Chronik des Phiflocalus vom Jahre 354, von Märtyrerlegenden und allerlei Notizen aus den römischen Archiven zusammengestellt und zuerst in zwei entgegengesetzten Parteiinteressen dienenden Recensionen fortgesetzt worden ist. Die eine dieser Recensionen, welche die Sache des Papstes Symmachus (s. d.) vertrat, und unter Hormisdas etwa 514 entstanden ist, wurde zuerst bis Felix IV. (530), danach unabhängig von dem letzten Terte bis Conon (687) ergänzt. Die ältern Texte sind nicht mehr erhalten; die Fortsetzung bis Felix IV. (Catalogus Felicianuso) liegt jetzt nur in einem vielfach verstümmelten Texte vor. Von der Fortsetzung bis Conon, welche jetzt vorzugsweise als L. bezeichnet zu werden pflegt, besitzen wir zwei Hauptrecensionen, welche durch die beiden ältesten Handschriften, die von Lucca (A) und die von Neapel (B), repräsentiert werden. Die jüngern ten, welche die Papstgeschichte bis Stephan II. (752), Hadrian I. (761), Stephan VI. (891), zuletzt bis Martin V. (1431) fortführen, sind außerordentli zahlreich, aber von sehr verschiedenem Werte. Au der geschichtliche Wert der ältern Bestandteile des Buchs der Päpste ist ein sehr verschiedener. Neben sehr alten und glaubwürdigen Nachrichten finden sich tendenziöse Entstellungen des wirklichen Thatbestandes, ja förmliche Fälschungen. Der erste vollständige Druck ist von Busäus (Mainz 1602); die besten Ausgaben sind von Franz Bianchini 14 Bde., Rom 1718—35) und von Vignoli (3 Bde., Rom 1724 —43). Vgl. Lipsius, «Chronologie der röm. Bischöfer (Kiel 1869); Duchesne, Etude sur le L.„(Par.1877).