Libussa, eigentlich Libuscha, nimmt in der vom Chronisten Kosmas überlieferten altezech. Sage als Begründerin der Przemyslidischen Dynastie eine hervorragende Stellung ein. Sie wird als jüngste Tochter (die beiden ältern hießen Kazi und Teta) des Häuptlings Krok, des angeblichen Erbauers des Wyschehrad, angesehen und als tugendhafte Priesterin der alten Götter, sowie als Seherin gepriesen. Zur Regierung gelangt, habe sie weise Gesetze erlassen, 0 deren Durchführung aber die Mitwirkung eines Mannes für notwendig erachtet. Auf wunderbarem Wege findet sie in einem Landmanne Namens „Przemysko aus der Gegend von Staditz (bei Aussig) einen geeigneten Gatten und Mitregenten, und beide beglücken durch weise Maßregeln und gerechte Verwaltung ihr Volk. L., die um 738 gestorben, ist nach der Sage auch Gründerin der Stadt Prag.