Wanda, der nationalen Sage nach die Tochter des poln. oder böhm. Königs Krak, des vermeintlichen Gründers der Stadt Krakau, nach einigen die Schwester der Libussa (s. d.), soll um 700 Polen beherrscht haben. Sie wird als eine sehr schöne und tapfere Heerführerin geschildert, die beständige Keuschheit gelobt hatte. Als der deutsche Fürst Rytiger um ihre Hand anhielt und nach Verweigerung derselben Polen mit Krieg überzog, besiegte sie denselben zwar, stürzte sich aber, ihrem Gelübde getreu und um Polen vor weitern Kriegen zu bewahren, in die Weichsel. Noch heute wird ein Hügel, Mogila, unfern Krakau, als ihr Grabmal bezeichnet. Neue Forscher halten W. für den von den heidnischen Slawen personifizierten Namen der Weichsel, der ursprünglich uanda, d. i. Wasser, gelautet habe. Die Sage ward wiederholt von poln. Dichtern, auch von Zachar. Werner in dem Drama „W., Königin der Sarmatenv poetisch bearbeitet.