Limousin oder Limosin (Leonard), franz. Emailmaler aus der berühmten Schule dieses Kunstgewerbes zu Limoges, geb. um 1505, scheint sich in Fontainebleau gebildet zu haben. Seine Thätigkeit als Emailleur beginnt um 1530 und ist bis in die siebziger Jahre zu verfolgen. Die Könige Franz I. und Heinrich II. beschützten ihn, außerdem war er für den Connétable Montmorency und andere Vornehme beschäftigt. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören: Passionsscenen Christi nach Dürer (1532), Schale mit Centaurenkampf (1536, Kollektion James Rothschild), Triptychon mit der Anbetung der Könige (1544, Kollektion Alfons Rothschild). Für Franz I. fertigte er 1545 nach Entwurf des Malers Rochetel die Apostel (Peterskirche zu Chartres), der Louvre bewahrt einen heil. Thomas mit den Zügen des genannten Königs, das berliner Museum eine Erntedarstellung. Auch vollendete L. in Email Bildnisse, so 1536 das der Schwester Karls V., Erzherzogin Eleonore, des Admirals Chabot, Frangois von Guise u. s. w. Sein Monogramm ist LL. Auch als Radierer ist er durch die 1544 entstandenen vier Blätter aus dem Leben Christi bekannt und war auch Porträtmaler in Oltechnik, wie das Gemälde auf dem Rathause zu Limoges, St. Thomas in Lebensgröße, bezeugt. Sein Bruder Martin und ein späterer LEO nard L., vielleicht sein Neffe, waren ebenfalls als l Schmelzmaler thätig.