FeedLinde (Antonius van der)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Linde (Antonius van der), Schriftsteller, geb. 14. Nov. 1833 zu Harlem, studierte Philologie und Theologie zu Amsterdam und Leiden, Philosophie und Geschichte zu Göttingen und reformierter Pastor in Amsterdam. Er privatisierte dann bis 1867 auf einem Schlosse bei Nimwegen, später im Haag. Sein Buch De Harlem'sche Costerlegenderso (Haag 1870), in welchem er auf Grund archivalischer Forschungen die Irrigkeit der Ansicht bewies, daß Coster (s. d.) der Erfinder der Buchdruckerkunst sei, zog ihm den Haß seiner Landsleute in dem Maße zu, daß er 1871 nach Berlin übersiedelte; 1876 wurde er zum Oberbibliothekar der Landesbibliothek in Wiesbaden ernannt. Seine übrigen Schriften sind teils bibliographische Monographien, teils betreffen sie das Schachspiel (besonders «Geschichte und Litteratur des Schachspiels v, 2 Bde., Berl. 1874), teils sind sie der Geschichte der Buchdruckerkunst gewidmet, wie 4Gutenbergo (Stuttg. 1878), und zeichnen sich durch geistvollen Stil und Gründlichkeit der Forschung aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 87Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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