Lipärische Inseln (ital. Isole di Lipäri), bei den Alten auch Rolische Inseln genannt, 17 an der Zahl, im Mittelmeere, an der Nordseite Siciliens, gehören zur ital. Provinz Messina und haben auf 291,3 akm (1881) 18550 E. in zwei Gemeinden (Lipari und Salina). Alle scheinen durch ein unterirdisches Feuer entstanden zu sein; daher legten die alten Dichter hierher Vulkans Werkstätte sowie die Wohnung des Äolus. Sie sind reich an Wein, Rosinen, Feigen, Baumwolle, Rebhühnern, Kaninchen, Rer, 6 Bimsstein und Schwefel, aber arm an Wasser, das in Cisternen gesammelt werden muß. Lipäri, die größte, mißt 82,6 ꝗkm, ist fruchtbar, besitzt heiße Bäder und von dem vortrefflichen Malvasierwein, welcher ausschließlich auf der Insel della Saline wächst, werden bedeutende Mengen versandt. Der Handel auf Lipari mit Südfrüchten, hauptsächlich mit Weinbeeren und Feigen, ist beträchtlich. Das gleichnamige Städtchen auf Lipari, mit 4900 E., ist der Sitz eines Bistums und hat zwei Häfen und ein Kastell auf einem hohen Berge. Volcano und Stromboli haben feuerspeiende Berge; besonders ist der 921 m hohe Vulkan auf letzterer Insel seit der altgriech. Zeit fortwährend in Thätigkeit. In einem erloschenen Krater auf Volcano indet man Borsäure. Filicorri oder Filicadi erhebt sich bis 848 m. Der weißliche Bimsstein, der sich in vielen Schichten in dem Berge Campobianco findet, bildet einen Handelsartikel. Vgl. A. Freiherr von Pereira, „Im Reiche des Aolusp (Wien 1883).