FeedLippe-Biesterfeld
GeschichteBrockhaus 1882

Lippe-Biesterfeld und Weißenfeld (Grafen und Edle Herren zu) heißen die beiden Linien, in welche sich die Nachkommenschaft des Grafen Jodocus Hermann, des achten Sohnes des Grafen Simon VII. zur Lippe-Detmold, gest. 1678, teilte und welche sich in den ersten Generationen Grafen zur Lippe-Sternberg-Schwalenberg nannte. Jobst Hermanns Enkel, Friedrich Karl August und Friedrich Johann Ludwig, waren die Begründer der beiden noch blühenden Linien und verzichteten auf ihre großväterlichen Erbbesitzungen gegen Überweisung einer Geldrente; dieselben nannten sich seit 1762 nach ihren Gütern im Lippischen Biesterfeld und Weißenfeld. Das jetzige Haupt der ältern oder Biesterfelder Linie ist Graf Ernst, geb. 9. Juni 1842; dasjenige der jüngern oder Weißenfelder Linie ist der Graf Ferdinand, geb. 6. Okt. 1844. Ein Vetter des Vaters des letztern ist der ehemalige preuß. Staatsminister Graf Leopold (s. d.). Von der Weißenfelder Linie ist ein in osterreich ansässiger Zweig, die Nachkommen des 1841 verstorbenen Grafen Hermann, katholisch, während alle übrigen Mitglieder dieses Hauses evangelisch sind. Über die Frage der künftigen Erbfolge dieser Linien in das Fürstentum Lippe-Detmold vgl. Zachariä und Zoepfl, &Zwei Rechtsgutachten, die Ebenbürtigkeitsfrage im Hause Lippe betreffendo (Heidelb. 1875), und H. Schulze, Aus der Praxis des Staats⸗ und Privatrechtso (Lpz. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 102Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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