FeedLips (Joh. Heinr.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Lips (Joh. Heinr.), Maler, Zeichner und Kupferstecher, geb. 29. April 1758 zu Kloten in der Nähe Zürichs, wurde durch Lavaters Verwendung für die Kunst gewonnen, der ihn durch Schellenberg in Winterthur im Radieren und AÄtzen unterrichten ließ. Er begann 1780 in Mannheim an der Akademie ein eifriges Studium nach der Antike, begab sich dann aber nach Düsseldorf, wo sein meisterhafter Stich des heil. Sebastian nach van Dyck entstand. Auch seine Versuche im Olmalen fielen glücklich aus. Besonders aber erlangte er als Kupferstecher Ruf, namentlich durch seine vielen Arbeiten zu Lavaters Physiognomischen Fragmenteno. Im J. 1783 reiste er nach Rom, wurde 1788 Direktor der Zeichenakademie zu Weimar, legte 1794 dieses Amt nieder und lebte nun in Zürich. Die Zahl seiner Stiche beläuft sich auf 1450, darunter die Porträts Goethes, Wielands und L. Heß', das Bacchusfest nach Poussin und die Anbetung der Hirten nach Caracci die vorzüglichsten. Er starb 5. Mai 1817. Johann Jakob L., geb. in Zürich um 1790, ebenfalls ein ausgezeichneter Kupferstecher, gab sich aus Verdruß über eine mißlungene Arbeit 3. Mai 1833 den Tod. Er war in München gebildet und stach nach G. Romano und eigenen Entwürfen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 104Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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