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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Loki heißt ein Gott der standinav. Mythologie, der ursprünglich Feuergott war. Aus der wohlthuenden und vernichtenden Natur des Feuers erklärt sich seine zwiefache Natur; er war auf der einen Seite ein guter Gott, der die andern Götter begleitete und ihnen mit Rat und That zur Seite stand, auf der andern das vernichtende Element. Schlauheit, List und Heimtücke sind ihm eigen. Sein größter Gegner unter den andern Göttern ist der Donnergott Thor (s. d.), welcher ihn auch zum Falle bringt, als L. Baldurs Tod veranlaßt hatte, von dessen Leben die Existenz der Asen abhing. L. bewirkte den Tod Baldurs (s. d.) dadurch, daß er dem blinden Hödur (altnord. Hödhr, s. d.) den verderbenbringenden Mistelzweig gab, womit Hödur nach Baldur warf und ihn tödlich traf. Hierauf liegt L. gefesselt bis zum Weltuntergang, dem großen Kampfe der guten und bösen Elemente. In diesem kämpft er gegen Heimdall; beide Götter fallen. Viele Mythen, die aus der zwiefachen Natur L.s sich entwickelt haben, kennen die Edden; der Name ist noch dunkel. Vgl. Weinhold, Die Sagen von L.y (in Haupts (Zeitschr. für deutsches Altertume, Bd. 7).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 155Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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