Londonderry (Charles William Vane, Marquis von), früher Sir Charles Stewart, brit. Staatsmann, geb. 17. Mai 1778, trat 1794 in das brit. Heer und zeichnete sich in Spanien aus. Später diente er unter Wellington und ward seit 1813 oft in diplomatischen Angelegenheiten verwendet. So schloß er als brit. Bevollmächtigter die Konvention von Reichenbach, folgte dann dem Heere der Verbündeten als Militärkommissar und unterzeichnete 1814 den Frieden von Paris. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er mit dem Titel Lord Stewart zur Peerswürde erhoben. Bei seiner Heirat mit Lady Fanny Vane (1819) vertauschte er seinen Familiennamen mit dem ihrigen. Nach dem Tode seines Halbbruders Castlereagh (s. d.) wurde er Marquis von L. und ging bald darauf als außerordentlicher Gesandter nach Wien, zerfiel aber wegen seiner Nachgiebigkeit gegen die Heilige Allianz mit Canning und wurde zurückgerufen. Dem starrsten Toryismus ergeben, erklärte er sich im Oberhause 1829 gegen die Emancipation der Katholiken und bekämpfte eifrig die ale der da Er erhielt 1837 den Titel eines Generals der Kavallerie und machte dann eine Reise nach dem Orient. L. veröffentlichte: «History of the war in Spaino (Lond. 1829), Narrative of the late war in Germany and Francen (Lond. 1833; deutsch, 2 Bde., Weim. 1836), Recollections ot a tour in the north of Europes (Lond. 1838), Steam voyage to Constantinoples (Lond. 1842). Er starb zu London 6. März 1854. Der Titel eines Marquis von L. ging zunächst über auf seinen Sohn erster Ehe, derigen Bi William Robert Stewart, bisherigen Viscount Castlereagh, geb. 7. Juli 1805, und nach dessen Tode (26. Nov. 1872) auf seinen ältesten Sohn Tane Ehe, George Henry Robert Charles ane-Tempest, geb. 26. April 1821. Dieser war von 1847 bis 1854 Parlamentsmitglied für North-Durham und succedierte, nachdem er schon 1851 den Namen Tempest angenommen, 1854 als Earl Vane zur Peerswürde. Er starb 5. Nov. 1884.