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ErdkundeBrockhaus 1882

Louviers, Fabrikstadt und Hauptort eines Arrondissements im franz. Departement Eure, links am Flusse Eure (Normandie), 21 km im Norden von Evreux, in einem freundlichen und fruchtbaren Thale, Station der Lokalbahn Dreux-⸗Elbeuf und der Linie St. Pierre du Vouvray-L. der eines Handelsgerichts, eines Gewerberats, einer landwirtschaftlichen und Manufakturenkammer, und hat einen schönen Dom, dessen älteste Teile aus dem 13. Jahrh. stammen, eine Zeichenschule, ein Gefängnis, ein großes Hospital und schöne Promenaden an Stelle der frühern Festungswerke. Die Stadt zählt (1876) 10973 E., unterhält zahlreiche und altberühmte Tuchfabriken, Wollspinnereien, Walkmühlen, Bleichen, Gerbereien, Fabriken für Maschinen, Kardätschen, Nägel u. s. w. und treibt lebhaften Handel mit seinen Manufakturen, sowie mit Getreide, Schiefer, Quincaillerie⸗ und Rouenwaren, Leinwand u. s. w. In L. schlossen 1196 Richard Löwenherz und Philipp II. August einen Grenztraktat ab. Im 14. Jahrh. wird L. schon als bedeutender Handelsplatz erwähnt, hatte aber viel von den Engländern, namentlich durch Heinrich V., zu leiden. Die Stadt wurde 1466 durch den Herzog von Bourbon für Ludwig XI. und 1591 durch den Marschall Biron eingenommen. Hier wurde 1681 die erste Tuchfabrik und 1789 die erste Baumwollspinnerei Frankreichs errichtet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 196Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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