Löwe (Ludwig), Reichstags- und preuß. Landtagsabgeordneter, geb. 27. Nov. 1837 in Heiligenstadt, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und ließ sich dann in Berlin nieder, wo er ein Haus für Werkzeugmaschinen etablierte. Später gewann er einige vermögende Industrielle, mit denen er sich zur Gründung einer Gesellschaft für Maschinenbau nach amerik. Muster verband. Die Leistungen derselben zeichneten sich namentlich durch ihre in Europa bisher unbekannte Präcision aus, und so nahm die Fabrik infolge großer Lieferungen von maschinellen Einrichtungen und Waffen für die preuß. und russ. Regierung bald einen bedeutenden Aufschwung. Seit 1865 Mitglied der berliner Stadtverordnetenversammlung war L. vornehmlich thätig bei der Reform des berliner Volksschulwesens. Von dem ersten berliner Wahlkreis wurde L. 1877 in das Abgeordnetenhaus und 1878 in den Reichstag gewählt, wo er sich der Fortschrittspartei und später der deutsch-freisinnigen Partei anschloß. Beiden parlamentarischen Körperschaften hat er seitdem ununterbrochen angehört und in ihnen seine Thätigkeit besonders der sozialpolit. und handelspolit. Gesetzgebung gewidmet.