FeedDyhrn (Konrad, Graf von)
GeschichteBrockhaus 1882

Dyhrn (Konrad, Graf von), preuß. Politiker, geb. 21. Nov. 1803 zu Reesewitz im Kreise Ols, besuchte seit 1816 das reform. Gymnasium in Breslau, darauf die Ritterakademie in Liegnitz und bezog 1827 die Universität zu Berlin. Im Aug. 1830 von einem längern Aufenthalte in Frankreich und Italien nach Schlesien zurückgekehrt, widmete er sich der Landwirtschaft und wurde 1842 zum Generalsekretär, 1813 zum Vizepräsidenten des Landwirtschaftlichen Centralvereins für Schlesien gewählt. Seit 1843 war er Mitglied des Landtags der Provinz Schlesien und 1847 trat er in die Herrenkurie des Vereinigten Landtags, als deren liberalstes Mitglied er sich bewies. Er sprach für die Gleichstellung der Juden, Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit, des Salzmonopols, für die Periodizität des uche Luu Landtags und mahnte an Preußens deutsche Aufgabe. Seit den Märztagen von 1848 auf dem zweiten Vereinigten Landtage der konstitutionellen Partei angehörend, wurde er von diesem zum Abgeordneten für die Deutsche Nationalversammlung und, als später an die Stelle dieser allgemeine Wahlen traten, in Ols und Brieg zum Stellvertreter des Abgeordneten gewählt. Als Mitglied der Ersten Kammer von 1849 gehörte er zur Opposition und sprach für die Anerkennung der Deutschen Reichsverfassung. Nach Auflösung der Zweiten Kammer ward er vom sechsten breslauer Wahlbezirk in die neue Zweite Kammer und im Febr. 1850 in das Erfurter Staatenhaus gewählt, nahm nach Schluß des Parlaments an den preuß. Kammerverhandlungen von 1850—52 teil und gehörte hier der aünhes Mit-Linken an. Seit 12. Okt. 1854 war er erbliches Mitglied des Herrenhauses. Doch hat er erst im Febr. 1861 seinen Sitz in demselben eingenommen. Er starb 2. Dez. 1869. Aus D.s frühern Jahren rührt seine Tragödie Konradins Todo.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 687Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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