FeedLübke (Wilh.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Lübke (Wilh.), einer der namhaftesten deutschen Kunsthistoriker, geb. 17. Jan. 1826 zu Dortmund, studierte erst zu Bonn, dann zu Berlin Philologie und wandte sich später der Kunstforschung zu. Seinen Ruf begründete er mit der „Vorschule zur Geschichte der Kirchenbaukunst des Mittelalterso (Dortm. 1852; 6. Aufl.: „Vorschule zum Studium der kirchlichen Kunsto, Lpz. 1873) und dem Werke «Die mittelalterliche Kunst in Westfaleno (Lpz. 1853). Seine «Geschichte der Architektur» (Lpz. 1855; 6. Aufl. 1884) veranlaßte Ostern 1857 seine Berufung zur Professur der Baugeschichte an der Bauakademie zu Berlin; 1861 wurde er Professor der Kunstgeschichte und Archäologie am Polytechnikum in Zürich, 1866 Professor der Kunstgeschichte am Polytechnikum und der Kunstschule, so- wie Mitglied der Kunstschuldirektion in Stuttgart. Hier wirkte er bis Ostern 1885, worauf er dem Rufe als Professor der Kunstgeschichte an die Technische Hochschule zu Karlsruhe folgte und die Direktion der großherzogl. Gemäldegalerie sowie der plastischen Sammlung übernahm. Von L.s Arbeiten, die sich sämtlich durch Klarheit, Faßlichkeit und edle Darstellungsweise auszeichnen, sind noch hervorzuheben: 4Grundriß der Kunstgeschichtey (Stuttg. 1861; 9. Aufl. 1882), „Abriß der Geschichte der Baukunsto (Lpz. 1861; 4. Aufl. 1878) und 4Geschichte der Plastiko 1863; 3. Aufl. 1880). Ferner schrieb er zum Abschluß von Kuglers «Geschichte der Baukunsto die Geschichte der deutschen Renaissance-Architektur (2. Aufl. 1882) und gab die «„Geschichte der ital. Malerei vom 4. bis ins 16. Jahrh.» in 2 Bänden (Stuttg. 1878) heraus. Von L.s kleinern Schriften verdienen noch Erwähnung: Die Frauen in der Kunstgeschichtes (Stuttg. 1862), „Der Totentanz in der Marienkirche zu Berlin » (Berl. 1861), „Die Glasgemälde im Kreuzgange zu Kloster Wettingen „ (2. Aufl., Zür. 1863), «Uber alte Ofen in der Schweizy (2. Aufl., Zür. 1865) und Küber die alten Glasgemälde der Schweizo (Zür. 1866), sowie die Texte zu mehrern Prachtwerken. Eine Sammlung kleinerer Arbeiten gab er in den Studien zur Kunstgeschichtes (Stuttg. 1867) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 207Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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