Lucca (Pauline), dramatische Sängerin, geb. zu Wien 25. April 1840, sang bereits von 1854 ab Solopartien bei Kirchenmusiken, bis sie 1856 als Choristin beim Kärntnerthor-Theater eintrat. Im J. 1859 erhielt sie ein Engagement in Olmütz, 1860 ein solches am Deutschen Theater in Prag, wo sie sich bald die Gunst des Publikums erwarb. Im April 1861 siedelte sie nach Berlin über. Hier errang sie als Mitglied der Königlichen Oper sogleich ungemeine Erfolge. Am 25. Nov. 1865 verheiratete sie sich mit dem Baron von Rhaden, wurde mit lebenslänglichem Engagement und Pension zur königl. Kammersängerin ernannt und verbreitete ihren Ruhm durch zahlreiche Gastspiele in Deutschland sowohl wie in England (seit 1863) und Rußland (seit 1867). Im J. 1872 verließ sie nach einem Streit mit dem Publikum die berliner Königliche Oper und reiste gastspielend umher. So war sie auch 1873 — 74 in Amerika, wo sie sich, nachdem ihre erste Ehe gerichtlich gelöst worden war, mit Herrn von Wallhofen verheiratete. Seit 1880 trat sie wieder mehrmals in Berlin auf. Obwohl sie nach Persönlichkeit und Stimme bloß auf Soubretten⸗ oder Spielopernpartien angewiesen erscheint, ist sie doch vermöge ihres Darstellungstalents auch in modernen tragischen Rollen erfolgreich aufgetreten.