Lueid (lat.), leuchtend, hell; Lucidität, Helle, Durchsichtigkeit. Luciensteig, befestigter Paß im schweiz. Kanton Graubünden, am Westende des Rhätikon, an der Hauptstraße nach Chur, zwischen Balzers und Maienfeld, besteht aus einem Hornwerk mit zwei hochgelegenen, an Felsen gelehnten Flügelschanzen. Im J. 1799 nahm Massena durch überfall den L.; doch bemächtigten sich die Österreicher unter Feldmars challlieutenant Hotze nach einem am 1. Mai abgeschlagenen Angriffe am 14. Mai des Passes wieder. Lucifer (lat., d. i. der Lichtbringer), bei den Griechen Phosphoros, heißt der Planet Venus, wenn er des Morgens vor der Sonne aufgeht; dagegen Hesperus (s. d.) als Abendstern. Er gilt in der griech. Mythologie für einen Sohn der Cos (Aurora) und des Asträos oder des Kephalos. In der bildenden Kunst erscheint er als reitender oder geflügelter Knabe mit einer Fackel. Lucifer heißt auch der Fürst der Finsternis. Durch eine allegorische Erklärung der Kirchenväter nämlich wird eine Stelle des Jesaias, 14, 12 (Luk. 10, * in welcher der König von Babylon mit dem Morgenstern verglichen wird, auf den Teufel bezogen. Lucifer, Bischof von Cagliari auf Sardinien, Anhänger des nicänischen Glaubens, wollte sich nicht unterwerfen, als die Synode zu Mailand, 355, den Arianismus billigte, und wurde deshalb verbannt. Nach der Thronbesteigung Julians des Abtrünnigen (361) kehrte L. zurück, sah aber in dem Beschluß der Synode zu Alexandria (362), daß alle Geistliche, welche jetzt vum nicänischen Glauben zurückkehrten, in ihren Amtern bleiben dürften, einen Abfall von der Reinheit der Kirche. Er lebte deshalb in seinem Bistum Cagliari in schismatischer Absonderung von der Kirche bis an seinen Tod (371). Auf Sardinien ward L. als Heiliger verehrt und im 17. Jahrh. sein Leichnam aufgefunden. Luciferianer heißen die Anhänger des schismatischen Bischofs Lucifer (s. d.). Sie waren besonders zahlreich auf Sardinien, fanden jedoch auch Anhänger in Spanien, Gallien, Italien, Afrika. Lucilius (Gajus), röm. Ritter, der eigentliche Begründer der röm. Satirendichtung, geb. gegen 150 oder nach andern 180 v. Chr. zu Suessa in Campanien, gest. um 103 v. Chr. zu Neapel, war der Großoheim Pompejus' d. Gr. von mütterlicher Seite und ein Freund des Lälius und Scipio, unter welchem er im Numantinischen Kriege diente. Er behandelte in seinen 30 Büchern vermischter Gedichte (Saturaey) alles, was ihm in Politik, Sitten, Litteratur auffällig oder bemerkenswert erschien, und unterwarf es einer freimütigen Kritik. Die Bruchstücke seiner Satiren haben neuerdings C. Lachmann (herausg. von Vahlen, Berl. 1875) und Luc. Müller (Lpz. 1872) gesammelt und kritisch bearbeitet. Vgl. Gerlach, Gajus L. und die röm. Satura (Bas. 1844); Luc. Müller, «Leben und Werke des Gajus L. (pz. 1876). Einem jüngern Lucilius, Freund des Seneca, der mehrere Bücher Briefe und die Naturales quaestiones v diesem L. widmete, wird ein didaktisches Gedicht Aetna zugeschrieben, welches die Ausbrüche dieses Vulkans erklärt und nach andern den Cornel. Severus zum Verfasser haben soll. Ausgaben besorgten Jacob (Lpz. 1826), Munro (Cambr. 1867), Haupt (außer vielen kritischen Beiträgen, die in den Opusculav gesammelt sind, in der Ausgabe des Virgil, Lpz. 1873) und zugleich mit deutscher übersetzung Meineke (Quedlinb. 1818). Lucina, die Lichtgöttin, besonders die an das Lebenslicht fördernde Geburtsgöttin, war der Beiname der Juno. Ihr waren alle Kalenden erste Monatstage) geweiht und insbesondere am 1. März, der bis auf Cäsar der erste Tag des Jahres war, wurde ihr ein Fest gefeiert.