Luzerne ist der Name einer sehr geschätzten Futterpflanze, welche eine Art der Gattung Schneckenklee (Medicago) bildet, im System den Namen gebauter Schneckenklee (M. sativa L.) führt und verkehrt länglich-eirunde, ausgerandete, stachelspitzige, oben gezähnte Blättchen, deren drei ein Blatt bilden, im blühenden Zustande ährenähnliche Köpfe mit violett schattierten Blüten besitzt. Die dreifach, sichel⸗ oder schneckenförmig gewundenen Hülsen unterscheiden die L. von allen andern Papilionaceen. Die L. wird auch Ewiger Klee, Monatsklee, Spargelklee, Burgundisches Heu genannt. Die L. stammt aus dem Orient (Persien, Kleinasien, Griechenland), wo sie unter dem Namen Alfalfa das am allgemeinsten kultivierte Futterkraut ist, und kam erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. nach Deutschland; jetzt wird sie im südl. Frankreich, in Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Nordafrika und in ganz Deutschland in großer Ausdehnung angebaut. Die Pflanze verträgt Hitze und Trockenheit, da sie tiefgehende Wurzeln hat, liefert ein zeitiges Grünfutter im Frühjahr, gibt zwei bis drei, in Südeuropa bei gehöriger Bewässerung sogar bis sechs Schnitte, gedeiht aber nicht überall, da sie zu ihrem Fortkommen einen tiefen, frischen, humusreichen Lehm-oder Thonboden mit bedeutendem Kalkgehalt verlangt. Auf passendem Standort und in einem milden Klima hält die L. als perennierende Pflanze eine Reihe von Jahren, bis zu 25, auf demselben Felde aus. Im Frühling wird die L. mit eisernen Eggen überzogen, sodann mit Gips oder Asche gedüngt oder bei Drillsaat gehackt. Das Saatquantum beläuft sich auf 20—40 kg, die Ernte an Heu auf 3500—13 000 kg pro Hektar, je nach dem Nutzungsjahre (der Ertrag ist im fünften bis zehnten Jahre am höchsten), nach der Bodenbeschaffenheit u. s. w. Außer der blauen L. werden noch angebaut: die schwedische L. (M. falcata), die Sandluzerne (M. media) und die Hopfenluzerne (M. Iupulina). Vgl. H. Werner, «Handbuch des Futterbaues auf dem Ackerlande » (Berl. 1875).