FeedLotus L. (Schotenklee, Hornklee)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Lotus L. (Schotenklee, Hornklee), Pflanzengattung aus der Familie der Leguminosen. Man kennt gegen 50 Arten, die in den gemäßigten Zonen und in den Gebirgen der Tropengegenden vorkommen. Es sind krautartige Gewächse mit elben oder roten Blüten, die zu doldenförmigen nflorescenzen vereinigt sind. Die Blätter sind meist dreizählig und haben große Nebenblätter, die in ihrer Form den Blättchen ähnlich sind. Die Hülse ist ziemlich lang und vielsamig, wodurch sich die Arten der Gattung L. von denen der naheverwandten Gattungen Trifolium und Medicago hauptsächlich unterscheiden. Die bekannteste Art ist der in Deutschland überall auf Wiesen und Rainen wild wachsende gehörnte Schotenklee, L. corniculatus L. Etwas seltener findet sich der Sumpf-Schotenklee, L. uliginosus L., der hauptsächlich auf sumpfigen oder moorigen Wiesen vorkommt; er unterscheidet sich von dem vorigen im Habitus nur wenig; nur der Stengel ist hohl, während er bei L. corniculatus gefüllt ist. Beide Arten haben lebhaft gelb gefärbte Blüten und gelten als gute Futterkräuter. Lotze (Rud. Herm.), Philosoph, geb. 21. Mai 1817 zu Bautzen, widmete sich seit 1834 zu Leipzig dem Studium der Medizin und Philosophie, habilitierte sich 1839 sowohl auf dem mediz. wie auch auf dem philos. Katheder, wurde 1842 zum außer-Hord. Professor der Philosophie an der Universität Leipzig ernannt und folgte 1844 dem Rufe zu einer ord. Professur der Philosophie nach Göttingen. Er wurde Ostern 1881 nach Berlin berufen, wo er schon 1. Juli 1881 starb. L., von der deutschen Identitätsphilosophie und von Herbart gleichmäßig angeregt, hat durch glück⸗ (liche Verbindung philos. Begabung und naturwissenschaftlichen Wissens ein System des ateleologischen Idealismus v begründet, in welchem er die ausnahmslose Gültigkeit des causalen Mechanismus für alles Geschehen der innern wie der äußern Welt durchzuführen sucht, um zu zeigen, daß dertselbe in letzter Instanz nur begreiflich sei als die „Realisierung einer Welt von sittlichen Zwecken, und er hat zur Begründung dieser Ansicht die Herbartschen Realen wieder zu der innern Lebendigkeit der Leibnizschen Monaden zu vertiefen gesucht. Seine bedeutendsten Schriften sind: KMetaphysiko (Lpz. 1841), Allgemeine Pathologie und Therapie als 1848), System der Philosophiev (Bd. 1: Logiko, Lpz.1843; neu bearbeitet 1874, Bd. 2:Metaphysiko, Lpz. 1878; 2. Aufl. 1884), Küber den Begriff der Schönheit (Gött. 1845), Küber Bedingungen der Kunstschönheite (Gött. 1847), «Geschichte der Asthetik in Deutschland v (Münch. 1868), «Allgemeine Physiologie des körperlichen Lebens » (Lpz. 1851), „Mediz. Psychologie (Lpz. 1852), Mikrokosmuso (3 Bde., Lpz. 1856—64; 4. Aufl. 1884 fg.), der Versuch einer Anthropologie, «Grundzüge der Psychologie o (Lpz. 1881). Nach seinem Tode erschienen Diktate aus seinen Vorlesungen in 8 Heften (Lpz. 1882—84). Vgl. Caspari, Hermann L., eine kritisch-histor. Studier (Bresl. 1883); Pfleiderer, „L.s philos. Weltanschauung (2. Aufl., Berl. 1884).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 192Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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