Lyccum (grch. Avxeoy) hieß ursprünglich ein dem Apollon Lykeios geheiligter Ort in der nächsten Umgebung von Athen, berühmt durch die schattigen Haine und herrlichen Gartenanlagen, besonders aber durch das Gymnasium, worin Aristoteles und nach ihm die Peripatetiker lehrten, und wonach auch die Römer ähnliche Anstalten, z. B. auf dem Tusculanum Ciceros und in der Villa Hadrians zu Tibur, so benannten. Im Mittelalter bezeichnete man mit L. Anstalten, in denen die Aristotelische Philosophie in scholastischer Form gelehrt ward. In neuerer Zeit ist L. ein Titel für höhere Bildungsanstalten, insbesondere Latein-oder Gelehrtenschulen geworden. Namentlich in Süddeutschland wurde es der stehende Ausdruck für die obersten Lehranstalten, ist aber in Bayern und in Baden wieder verschwunden und hat den Namen Gymnasium und Studienanstalt latz gemacht. In Württemberg besteht der Name noch, doch bezeichnet er hier kleinere, etwa den preuß. Progymnasien entsprechende Anstalten.