Mabnse (Joh. von), berühmter Maler, geb. um 1470 im Hennegau zu Maubeuge oder Mabuse, wovon er seinen Namen entlehnte, hieß eigentlich Gessart, nach andern Gossaert. Nach längerer Ausübung seiner Kunst in den Niederlanden ging er nach Italien und ließ sich nach seiner Rückkehr zuerst in Utrecht, dann in Middelburg nieder. Seine zügellose Lebensart zog ihm hier Gefangenschaft zu. Von Middelburg ging er nach London, wo er das Bild Heinrichs VII. Vermählung mit Elisabeth von Nork und die Kinder des Königs malte. Eine Zeit lang lebte er bei seinem Gönner, dem Marquis van der Veren. Sein Tod erfolgte 1541 zu Antwerpen. M. ist durchgängig in seinen frühern, vor der Reise nach Italien gemalten Bildern am ansprechendsten. In Italien büßte er die Naivetät, den derben Natursinn und die leuchtende Farbe der van Eyckschen Schule ein und eignete sich dagegen die Freiheit der Form, die er an der Antike lernte, äußerlich an. Gemälde von ihm finden sich nicht selten in Sammlungen; so eine berühmte Anbetung der Könige auf Howardcastle in England, derselbe Gegenstand im Louvre zu Paris, eine Goldwägerin im königl. Museum zu Berlin; aus seiner zweiten Periode eine Danaé, die den goldenen Regen empfängt, zu München, ferner das große Triptychon des Doms in Prag.