FeedMacias
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Macias, galic. Troubadour, berühmt durch seine Liebe und sein tragisches Ende, stand in der ersten Hälfte des 15. Jahrh. als Page im Dienste des Marques Enrique de Villena und gewann am Hofe desselben im Königreich Jaen an der Grenze des maurischen Reichs die Liebe eines Edelfräuleins daselbst, die jedoch, durch den Marques gezwungen, sich mit einem Edelmanne aus Porcuna vermählte. Da M. die Geliebte trotz der Drohungen des Marques besang, wurde er von demselben in dem Schlosse von Arjonilla gefangen gesetzt. Eins seiner hier verfaßten Gedichte fiel dem Gemahl der Gefeierten in die Hände, der den Nebenbuhler mit einer nach dem Fenster des Gefängnisses geschleuderten Lanze tötete. Die Erinnerung an sein Geschick und seine Lieder lebte noch lange im Munde des Volks fort. Nur fünf von seinen Liebesliedern, teils in galic., teils in castil. Mundart gedichtet, sind noch (im „Cancionero de Baenav) vorhanden. Vollständig ist nur ein einziges im Druck erschienen (deutsch von Bellermann, Die alten Liederbücher der Portugieseno, Berl. 1840).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 308Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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