FeedMagenerweichung (Gastromalacia)
HeilkundeBrockhaus 1882

Magenerweichung (Gastromalacia), diejenige Veränderung des Magens, bei welcher dessen Wände in geringerer oder größerer Ausdehnung gallertartig erweicht oder in eine dunkelbraune bis schwärzliche, ungemein leicht zerreißliche Masse verwandelt sind. Früher wurde die M. für den Folgezustand einer eigenartigen Krankheit gehalten; neuere Forschungen haben aber mit Sicherheit ergeben, daß dieselbe niemals während des Lebens vorkommt, sondern zu den Leichenerscheinungen gehört und sich am häufigsten an Kindesleichen, namentlich während der Kee Jahreszeit, vorfindet. Die Ursache der M. ist eine Art Selbstverdauung des Magens, indem nach dem Tode der saure und pepsinhaltige Magensaft, der im Leben die zarte Epitheldecke des Magens völlig intakt läßt, unter gewissen Umständen ebenso auflösend und zerstörend einwirkt, wie auf die eingeführten Nahrungsmittel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 331Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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