Magenkrampf (Gastralgia, Cardialgia), ein plötzlich auftretender, periodischer, bohrender, schnürender oder krampfartiger Schmerz in der Magengegend, der nicht selten bis in den Rücken ausstrahlt und gewöhnlich mit großer Erschöpfung, Ohnmachtsgefühl, verfallenem Gesicht und kleinem, aussetzendem Puls einhergeht. Die Dauer eines derartigen Anfalls schwankt von einigen Minuten bis zu einer halben Stunde und darüber. Der M. findet sich häufig bei blutarmen und nervösen Individuen (nervöse Kardialgie), ferner bei Hysterie, bei Krankheiten der Gebärmutter und der Eierstöcke; sehr häufig begleitet er auch organische Erkrankungen des Magens, insbesondere das runde Magengeschwür (s. d.). Die Behandlung besteht in strenger Regulierung der Diät und Bekämpfung des vorhandenen Grundleidens. Während des Anfalls erweisen sich die narkotischen Mittel, die AÄnwendung äußerer Wärme (Breiumschläge, Magenpflaster) auf die Magengegend, sowie Senfteige und Einreibungen von Chloroform in die Magengrube nützlich; bei sehr heftigen Anfällen sind subkutane Morphiumeinspritzungen nicht zu entbehren. Bei blutarmen Personen leistet der Gebrauch von Eisenpräparaten und Eisenwässern gute Dienste; liegt dem M. ein chronisches Magengeschwür zu Grunde, so muß dieses angemessen behandelt werden.