Magnus (Heinr. Gust.), einer der namhaftesten deutschen Chemiker und Physiker, geb. 2. Mai 1802 in Berlin, machte seine Studien auf der Universität seiner Vaterstadt und brachte nach seiner Promotion ein Jahr zu Stockholm bei Berzelius zu, wo er das grüne Platinsalz entdeckte. Nachdem er sich hierauf einige Zeit in Paris aufgehalten, habilitierte er sich 1831 zu Berlin, wo er 1834 eine außerord., 1845 eine ord. Professur der Physik und Technologie erhielt. Im Febr. 1869 gab er seine Lehrthätigkeit auf und starb zu Berlin 4. April 1870. M. erste wissenschaftliche Arbeit war eine Abhandlung aüber die Selbstentzündlichkeit des feinzerteilten Eisenso (1825). Die Ergebnisse seiner spätern Untersuchungen auf chem. und physikal. Gebiete legte er in Poggendorffs „Annalenp und den Schriften der berliner Akademie der Wissenschaften nieder. Dahin gehören die Entdeckungen der Athionsäure, der Isaethionssäure und der Überiodsäure (letztere in Gemeinschaft mit Ammermüller); ferner die Untersuchungen über die Dichtigkeitsabnahme durch Schmelzen beim Granat und Vesuvian, über die Eigenschaft des Blutes, Kohlensäure und Sauerstoff zu absorbieren (worauf M. die Absorptionstheorie des Blutes gründete). Hieran reihen sich die Bestimmung der Ausdehnungskoöfficienten der atmosphärischen Luft und der verschiedenen andern Gase, die Bestimmung der Spannkraft der Wasserdämpfe, sowie der Mischungen von Dämpfen zweier Flüssigkeiten, die Untersuchungen über die Wirkung des Ankers auf Elektromagnete und Stahlmagnete, sowie über andere elektrolytische, thermoelektrische und hydraulische Gegenstände; ferner die Arbeiten über die Abweichung der Geschosse, über Diathermansie der Gase und über Polarisation der ausgestrahlten Wärme.