FeedMahlzwang
TechnikBrockhaus 1882

Mahlzwang, s. unter Bannrechte. Mähmaschinen. Schon in frühen Zeiten ersann man Konstruktionen zum mechan. Ersatz der sehr schwierigen und ermüdenden Arbeit des Mähens. Plinius und Palladius erwähnen schon Messerwagen, mit welchen die Gallier ihr Getreide abzubringen pflegten. Die ersten vollendetern M. wurden 1807 von James Smith, 1828 von John Bell in England konstruiert. Dieselben wollten aber keinen allgemeinen Eingang finden. Erst 1846 gelang es dem Amerikaner MacCormick, brauchbare M. zu erfinden, welche seit der londoner Industrieausstellung (1851) immer größere Vervollkommnung und Verbreitung gewonnen haben. Ihre Konstruktion beruht auf dem Prinzip einer feingezahnten, raschbewegten Messersäge, welche durch ein von dem Laufrad der Maschine bewegtes Triebwerk rasch hin und her geschoben wird und die gegenstehenden Halme oder Blätter abschneidet. Man unterscheidet Grasmähmaschinen und Getreidemähmaschinen. Erstere bestehen nur aus der Sägenklinge mit den Getrieben; bei letztern fallen die abgeschnittenen Halme auf eine Plattform, von welcher sie durch kreisende Rechenarme in Gelege abgestrichen werden. (S. Tafel: Landwirtschaftliche Geräte und Maschinen, Taf. I, Fig. 26, und Taf. II, Fig. 1.) In neuerer Zeit hat man in Nordamerika, woselbst sie außerordentlich verbreitet sind und am besten gebaut werden, besondere Garbenbindevorrichtungen mit den Getreidemaschinen oder Erntemaschinen verbunden. (Vgl. Garbenbindmaschine.) Sie heißen kombinierte M., wenn sie sowohl zum Abbringen von Gras und Klee, als von Halmfrüchten verwendet werden können. Die vorzüglichsten Konstruktionen sind von: Warder, Mitchell u. Comp. (Champion), Walter Wood, Johnston in Amerika; Hornsby, Howard, Samuelson in England etc. Auch in Deutschland und Ssterreich werden neuerdings gute M. gebaut, so von Siedersleben, Hofherr u. a. m. Zum Abmähen des Grases auf den Rasenplätzen in Parks und Gärten hat man jetzt vielfach M., welche durch die Hand in Betrieb gesetzt werden. Die Leistungen der Grasmähmaschinen betragen im Mittel 3,5 bis 4,5 ha pro Tag bei einem Preise von 500 Mark, die der Getreidemähmaschinen 2,5 bis 5 ha bei einem Preise von 6—800 Mark, während die kombinierten Gras- und Getreidemähmaschinen 800—1000 Mark kosten. Vgl. Perels, Die Erntemaschinen» (Lpz. 1863); Wüst, „Die Leistungen der M.y (Berl. 1875); derselbe, Die M. der Neuzeity (Lpz. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 350Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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