Mähen nennt man das Abbringen des Grünfutters und Getreides mit der Sense oder auch in neuerer Zeit mit der Mähmaschine (s. d.), während man mit der Sichel nur schneidet, mit dem Sichet haut. Das M. mit der Sense, beziehungsweise mit der Maschine, verdient vor der Anwendung der beiden andern genannten Instrumente in allen Fällen den Vorzug, wo es auf Förderung der Arbeit ankommt und wo das zu mähende Material in glatter Weise abzubringen ist. Wo dies nicht der Fall, wo z. B. das Getreide stark gelagert und durcheinander gedrückt ist, da geschieht das Abbringen meistens vorteilhafter mit dem Sichet oder der Hausichte, einem in Flandern und am Niederrhein einheimischen Instrument, dessen denrunchit0 eine besondere Geschicklichkeit erfordert. it der Sichel wird das Getreide auf kleinen Flächen um deswillen noch gern geschnitten, weil dabei minder Körner ausfallen und weil diese Arbeit auch Frauen verrichten können; jedoch bleiben dabei höhere Stoppeln stehen. Zum Abbringen von Gras und Klee ist die Sichel nur in untergeordnetem Maße zu gebrauchen. Das M. des Grases mit der Sense erfordert keine besondere Vorrichtung an dieser; die abgeschnittenen Halme und Blätter legen sich durch den Schwung des Instruments von selbst in Schwaden. Dagegen verlangt das M. des Getreides gewöhnlich eine eigentümliche Zuthat, das Reff (auch Bügel, Gestell), womit die Halme senkrecht gegen die stehende Getreidewand gelehnt und dann abgenommen oder auch gleich mit einem Schwung abgelegt und in Gelege gebracht werden. Die Leistung eines Arbeiters beim Mibeläuft sich bei einer zwölfstündigen Arbeitszeit täglich je nach der Beschaffenheit des zu mähenden Materials für Wintergetreide auf 0,4 bis 0,6 ha, für Sommergetreide auf O, bis 0,75ha, für Hülsenfrüchte auf 0,1 bis 0,5 ha. (S. Mähmaschinen.)