Mahlmann (Siegfr. Aug.), deutscher Dichter, geb. 13. Mai 1771 in Leipzig, widmete sich in Leipzig jurist. und litterarischen Studien, nach deren Beendigung er als Führer eines jungen Edelmanns nach Livland ging, mit welchem er nachher die Universitäten zu Leipzig und zu Göttingen besuchte und 1797 eine Reise durch den Norden Europas machte. Im folgenden Jahre nach Leipzig zurückgekehrt, übernahm er kurze Zeit eine Buchhandlung und wurde 1805 nach seines Schwagers Spazier Tode Herausgeber der «Zeitung für die elegante Weltv, welche er bis 1810 allein, dann bis 1816 in Verbindung mit Meth. Müller redigierte. M. hatte 1810—18 auch die Leipziger Zeitungs in Pacht und Administration, die ihm während des Kriegs sehr bedeutenden Gewinn brachte, aber auch Veranlassung gab, daß er 1813 durch die Franzosen auf kurze Zeit auf die Citadelle nach Erfurt abgeführt wurde. In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte er sich mit Naturwissenschaften und insbesondere mit der Okonomie auf seinem Landgute Ober-Nitschka bei Leipzig. M. starb 16. Dec. 1826 zu Leipzig. In seinen Gedichten kommt eine sanfte Wehmut zum Ausdruck, während sein anonym herausgegebenes Marionettentheater» (Lpz. 1806) und sein Herodes vor Bethlehem' (neue Aufl., Lpz. 1871), eine Parodie von Kotzebues „Hussitenv, M.s Talent für die dramatische Burleske bekunden. Auch seine «Erzählungen und Märchenp (2Bde., Lpz. 1802; 2. Aufl. 1812) wurden mit Beifall gelesen. Er selbst besorgte eine Ausgabe seiner Sämtlichen Gedichter (Halle 1825; 4. Aufl., Lpz. 1845; neue Ausg., Lpz. 1875); seine «Sämtlichen Werker erschienen in acht Bänden (Lpz. 1839—40).