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HeilkundeBrockhaus 1882

Maimonides, eigentlich Moses Ben-Maimon Ben-Joseph, arab. Abu-Amran-Musa-ibn-Abdalla, der bedeutendste jüd. Philosoph und Gelehrte des Mittelalters, geb. in Cordova 30. März 1135, studierte die damalige Wissenschaft der Juden und Araber und die griech. Philosophie, namentlich Aristoteles in arab. übersetzungen, hörte arab. Philosophen und lernte die Heilkunde. Durch die Religionsverfolgungen der Almohaden gegen die Juden in Andalusien 1148 aus seinen Studien gerissen, wendete er sich mit seinem Vater noch vor 1160 nach Fez, reiste später nach Jerusalem, wo er sich 1165 befand, und nahm bald darauf seinen bleibenden Aufenthalt in Fostat, Kairo gegenüber. Hier wurde er Leibarzt des Sultans von Agypten und Vorsteher der jüd. Gemeinde. Er starb 13. Dez. 1204. M. hat als Theolog und Gesetzlehrer einen großen Einfluß auf die ganze Entwickelung des Judentums Wrrr In hebr. Sprache schrieb er 1178—80: ⸗Mischne Tora, eine aus 14 Büchern (daher Sefer Ha-Jad, später Jad Chasaka genannt) bestehende systematische Darstellung des jüd. Gesetzes nach talmudischer Auffassung (zum Teil ins Lateinische und Deutsche übersetzt). Die bedeutendsten Schriften des M. in arab. Sprache sind: Kommentar zur Mischna» (1168; hebr. in den meisten Talmudausgaben, einzelne Partien arabisch und lateinisch in Pocockes «Porta Mosis „), „Millot Higajonv (Kompendium der Logik), «Sefer Mizwoty Die 613 mosaischen Gesetze, als Einlage zu Mischne Tora), «Delalat Alhairin o (arabisch und französisch ELe Guide des Egaréso] von Munk, Par. 1856—66; hebr. von Samuel ibn Tibbon [éMore Nebuchim »l, lateinisch von Buxtorf EDoctor Perplexorum v5l, 1629; eine alte lat. Übersetzung gab Perles heraus, Bresl. 1875; deutsch der erste Teil von Fürstenthal, Krotoschin 1839; der dritte Teil von Scheyer, Frankf. a. M. 1838). Vgl. Eisler, (Vorlesungen über die jüd. Philosophen des Mittel-⸗ alterso (2 Bde., Wien 1870—76).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 359Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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