Mailäth (Joh., Graf), deutscher Geschichtschreiber und Dichter, geb. 5. Okt. 1786 zu Pest, stammte aus einer altadeligen ungar. Familie. Sein Vater, Joseph, Graf M. (geb. 1737, gest. 1810), war österr. Staats⸗ und Konferenzminister und wurde 1783 in den deutschen Grafenstand erhoben. Der junge M. studierte in Erlau Philosophie, in Raab die Rechte, fungierte kurze Zeit im Staatsdienst und widmete sich dann ausschließlich der Litteratur. Er lebte seitdem in Pest und Wien, später in München, bis ihn seine bedrängte äußere Lage zu dem Entschlusse führte, 3. Jan. 1855, zugleich mit seiner Tochter Henriette M. (geb. 1811) den Tod im Starnbergersee zu suchen. M.s frühere Schriften gehören vorzugsweise dem poetischen, seine spätern dem histor. Gebiet an. Besondere Erwähnung verdienen: die von ihm mit Köffinger besorgte Ausgabe des 4Koloczaer Codex altdeutscher Gedichten (Pest 1817); seine lyrischen «Gedichter (Wien 1824), die Magyar. Sagen, Märchen und Erzählungen v (Brünn 1825; 2. Aufl., 2 Bde., Stuttg. 1837), seine Übersetzung Magyar. Gedichte (Stuttg. 1826) und die gelungene Übertragung von «Himsys (Kisfaludys) auserlesenen Liebesliedern » (Pest 1829; 2. Aufl., Pest 1831). Seinen eigentlichen Ruf begründete jedoch M. durch histor. Arbeiten, von denen die bedeutendsten sind die «Geschichte der Magyarenv 65 Bde., Wien 1828—31; 2. Aufl., Regensb. 1852—53) und die (Geschichte des österr. Kaiserstaatso (5 Bde., Hamb. 1834—50).