Makkabäer heißen in der jüd. Geschichte die Glieder der Heldenfamilie des Judas Makkabi (. d.), eines Sohnes von Mattathias (1 Makk. 2,), dessen Familie den Beinamen Hasmonäer (s. d.) führte. Judas Makkabäus sammelte eine Schar mutiger Glaubensgenossen, um die Herrschaft der Syrer über Judäa zu brechen, und seine Brüder Johannes, Jonathan und Simon vollendeten, wenn auch nur auf kurze Zeit, die Wiederherstellung des jüd. Staats (135 v. Chr.). Unter Simons Sohn, Johannes Hyrkanus I. (s. d., 135—105 v. Chr.), gelangte der Staat auf den Höhepunkt seiner Macht. Sein Sohn Aristobul I. (105) nahm den Königstitel an. Nach seiner kurzen Regierung gelangte sein Bruder Alexander Jannäus (104-78) auf den Thron, der die widerspenstige pharisäische Partei nur mit äußerster Strenge im Zaume hielt. Unter seinen schwachen Nachfolgern wurde der Staat durch Religionsparteien und Familienzwist an den Rand des Verderbens geführt und geriet endlich in die Abhängigkeit von den Römern. Herodes d. Gr. rottete die Familie der M. gänzlich aus. Die in der Bibel befindlichen zwei apokryphischen Bücher der Makkabäer rechnen nach der Ara der Seleuciden (312 v. Chr.) und werden von der kath. Kirche zu den kanonischen Büchern gezählt. Das erste Buch, in seiner Darstellung rednerisch, oft rhythmisch gehalten, ursprünglich hebräisch, und, wahrscheinlich erst nach Hyrkanus' J. Tod, in Palästina geschrieben, ist gewissermaßen die Reichschronik des makkabäischen Fürstenhauses. Es schildert die Leiden der Juden unter Antiochus Epiphanes, die Heldenthaten des Judas Makkabäus und geht von 175 bis zu dem Tode des Simon, etwa 135 v. Chr. Das Buch ist gut geschrieben und als Geschichtsquelle wichtig, wenn auch nicht frei von tendenziösen Entstellungen. Das zweite Buch zerfällt in Weß Hauptteile; Kap. 1—2, 18 sind zwei angebliche riefe der palästinensischen Juden an die ägyptischen über die Tempelweihe; der Rest handelt, nach einer Einleitung Kap. 2, 18—32, von Kap. 3 bis zum Schlusse über die Tempelplünderung, den Krieg mit den Syrern, die Ereignisse unter Demetrius Soter und anderes. Ursprung und Komposition dieser Schrift ist noch nicht genügend aufgeklärt; zu Grunde liegt für Kap. 3 fg. ein Geschichtswerk des Jason von Kyrene, welches der Verfasser excerpiert hat. Darstellung und Auffassung der Geschichte ist im phantastischen Tone der hasidäischen Partei (derselben, aus deren Mitte später die Pharisäer hervorgingen) gehalten. Die Zeit der Abfassung der Schrift ist wol eine der letzten Makkabäerregierungen. Außer diesen zwei Büchern enthält die griech. Bibel noch unter dem Namen eines dritten Malkabäerbuchs eine Erzählung der Verfolgung der Juden in Agypten unter Ptolemäus Philopator. Die Vulgata hat es nicht überseht, daher findet es sich auch nicht im Kanon der kath. Kirche; auch Luther übersetzte es nicht. Der Mutler und den sieben Söhnen, von welchen das 2. Buch der M. Kap. 7 redet, widmete die christl. Kirche (ogl. schon Hebr. 11, 5) als Märtyrern des Glaubens schon im 4. Jahrh. ein Fest, das nach Gregor von Nazianz, Chrysostomus und Augustin besonders in den Kirchen von Antiochien und Afrika feierlich begangen wurde. Diese Festfeier ist um so merkwürdiger, da sie die einzige in der christl. Kirche ist, welche sich auf ein vorchristl. Ereignis bezieht. Das röm. Martyrologium bezeichnet den 1. Aug. als Fest der M. Seit dem 12. und 13. Jahrh. hat es nur noch Hn Bedeutung. Kommentare zu den Büchern der M. schrieben Grimm (Lpz. 1853 —57) und Keil (Lpz. 1875). über den Namen M. vgl. Curtiß, The name Maccabee (Lpz. 1876).