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ErdkundeBrockhaus 1882

Malakka, Maläka, eine schmale Halbinsel, welche sich von dem südl. Teile von Hinterindien mit einem Areal von etwa 154000 akm von bis 1•3 gegen S. erstreckt, gegen W. vom Indischen Meere, gegen O. vom Meerbusen von Siam und der Chinesischen Südsee bespült und gegen SW. durch die Straße von Malakka von der Insel Sumatra geschieden. Ihr Inneres wird bis zu den Kaps Romania und Buru, den südlichsten Spitzen der Halbinsel, von hauptsächlich granitischen Gebirgsketten durchzogen, welche die Wasserscheide bilden. Bei der Schmalheit der Halbinsel ist das Flußsystem auf ihr wenig entwickelt, und sie enthält nur kurze, für die Schiffahrt bedeutungslose Küstenflüsse. Im Innern gibt es ausgestreckte Urwälder, längs der Küste Moräste. Die Flora ist außerordentlich reich und enthält die meisten Gewächse des kontinentalen Indien sowohl als des Indischen Archipels. Aus der ebenso reichen Fauna sind Elefanten, Tiger, Affen, Hirsche, wilde Schweine und anderes Wild zu erwähnen. Wichtige Produkte sind Pfeffer, Zinn und Gold. Die Küstenbewohner sind Malaien (s. d.); im Innern und in den Wäldern leben wilde Wanderstämme, die Karians, Samangs, Mantras, Jacuns, Sabimbangs, Muka, Kunings und Biduandas, von denen die Samangs genannten Negritos sind, in der Stärke von 20 bis 25000 Köpfen. Die ganze Halbinsel zerfällt in die brit. Besitzungen und in mehrere teils unabhängige, teils von dem Reiche Siam abhängige Malaienstaaten. Erstere sind die südlichsten Distrikte der zu der brit.⸗ ind. Provinz Britisch-Birma gehörenden Division Tenasserim, sowie das Gouvernement der Straits Settlements (s. d.). Vgl. Cameron, «Our tropical possessions in Malayan Indias (Lond. 1865). Die Provinz Malakka der Straits Settlements, 1657,5 qkm groß mit 77756 E., entrissen die Portugiesen 1511 dem Fürsten von Dschohor, 1641 die Holländer den Portugiesen und ihnen wurde M. 1795 von den Engländern abgenommen, aber 1801 wieder zurückgegeben. Im J. 1807 nahmen die Engländer es zum zweiten mal in Besitz und gaben es 1818 abermals an die Holländer zurück. Von den Holländern aber ward es 1824 definitiv an England abgetreten. M. wird gegen N. von dem Malaienstaate Salangore, gegen SO. von Dschohor, gegen O. von Rumbo und Dschol, gegen SW. von der Straße von M. begrenzt. Das Land ist sehr fruchtbar; Haupterzeugnisse sind Reis, Sago, Schiffszimmerholz, Pfeffer, Geflügel und Schlachtvieh und die herrlichsten Früchte. Die Küste ist sehr fischreich. Das Klima, durch regelmäßige Land⸗ und Seewinde abgekühlt, ist weder übermäßig heiß, noch auch ungesund. Die gleichnamige Hauptstadt liegt unter nördl. Br. und 102 15“ östl. L. (von Greenwich) an der Mündung eines kleinen Flusses; nordöstlich derselben erhebt sich der 320 m hohe Berg Ophir (malaiisch Gunong Ledang). Bemerkenswert sind daselbst das schöne, von den Holländern erbaute Stadthaus, die Ruinen eines großartigen portug. Festungsthors, sowie die einer von Alfonso d'Albuquerque gegründeten Kirche auf dem Gipfel eines Bergs. M. wurde 1252 von dem malaiischen Fürsten Sri Iskander Schah gegründet und war unter dessen Nachfolgern wie auch noch unter portug. Herrschaft der reichste und wichtigste Handelsort in dieser Weltgegend, sank durch das Aufblühen von Batavia mehr und mehr und ist endlich seit dem Entstehen von Singapore in seiner Nähe ganz unbedeutend geworden. Unabhängige Malaienstaaten auf der Halbinsel M. sind Pahang, Perak, Salangore und Rambo, von Siam abhängig Ligor, Patani, Kalantan, Tringano und Keda. Der Hauptreichtum des Landes besteht in seinen Zinnerzen. Dieselben werden hauptsächlich in den Distrikten Kassang, Aier-Panas und Durian-Pungal aus etwa 40 Minen von hierfür angeworbenen Chinesen gewonnen und bearbeitet. Diese Minen liefern jährlich etwa 350000 Pfd. Erz, das zwischen 50 und 70 Proz. Zinn enthält. Die jährliche Ausbeute an Gold übersteigt nicht 1500 Unzen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 378Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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