FeedMalpighi (Marcells)
NaturlehreBrockhaus 1882

Malpighi (Marcells), ital. Anatom, Physiolog und Physiker, geb. 10. März 1628 zu Crevalcore bei Bologna, studierte auf der Universität zu Bologna, wo er auch Professor der Arzneikunde wurde. Im J. 1657 ging er in gleicher Eigenschaft nach Pisa, kehrte aber nach drei Jahren nach Bologna zurück. Hierauf wurde er 1662 Professor der Medizin in Messina, geriet aber sehr bald mit den Galenisten und Arabern in Streitigkeiten, die ihn abermals zur Rückkehr nach Bologna bewogen. Endlich berief Papst Innocenz XII. ihn 1691 nach Rom und ernannte ihn zu seinem Arzt und Kammerherrn. Hier starb er 29. Nov. 1694. Er war der erste, der sich zur Untersuchung des Blutumlaufs des Mikroskops bediente. Seine Abhandlungen über Gehirn, Zunge, R e Tastorgane, Bau der Eingeweide, Nerven, Milz, Gebärmutter u. . w., sowie über den Seidenwurm, die Bildung des Jungen im Ei, über die Drüsen und besonders über die Anatomie der Pflanzen enthalten scharfsinnige und wichtige Beobachtungen. Mehrere seiner Entdeckungen auf dem Gebiete der Anatomie sind durch M.s Namen bezeichnet, z. B. die Malpighischen Körperchen der Milz, das Malpighische Netz (Rete Malpighii) der Hautetc. Seine «Opera omnias erschienen zu London 1686 (2 Bde.; vermehrt, 2 Bde., Leid. 1687), &0pera posthumas zu London 1697, 4Opera medica et anatomica variao zu Venedig 1743. Vgl. Atti, «Notizie della vitae delle opere di M. e di Beilinio (Bologna 1847). familie aus der Gruppe der Dikotyledonen. Man kennt gegen 600 Arten, die größtenteils im tropischen Südamerika vorkommen. Es sind Bäume oder Sträucher und zwar sehr häufig kletternde Sträucher. Sie haben meist ganzrandige, gestielte und opponiert stehende Blätter; die Blüten sind bei vielen Arten lebhaft gefärbt und ziemlich groß, sie sind stets zwitterig und bestehen aus einem fünfteiligen Kelch, fünf Blumenblättern, einem dreifächerigen Fruchtknoten mit drei Griffeln. Die Frucht ist eine fleischige oder trockenhäutige dreifächerige, meist geflügelte Steinfrucht. Mehrere kletternde Arten dieser Familie werden ihrer schönen Blüten halber häufig als Bekleidung der Wände in Gewächshäusern kultiviert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 389Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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