Malzdarre ist der bei der Bereitung des Malzes zum Trocknen und Dörren dienende Apparat. Derselbe besteht aus mehrern übereinander befindlichen, in mehrern Etagen des Gebäudes verteilten Räumen, von denen der unterste zur Erwärmung der Luft mittels einer Calorifère, die beiden darüber befindlichen zum Darren und Trocknen des Malzes dienen, während die mit Wasserdampf beladene Luft aus dem obersten ihren 15 ins Freie findet. Die Böden der durch eine Klappe miteinander kommunizierenden Darr⸗ und Trockenräume werden aus eisernen, auf Eisenschienen ruhenden Rahmen gebildet, in denen starke Eisendrähte so dicht aneinander gelegt und befestigt sind, daß sie sich gegenseitig berühren und nur minimale Spalten zwischen sich frei lassen. Durch diese Anordnung wird einem Durchfallen der Malzkörner vorgebeugt, während die heiße Luft durch die feinen Fugen aufwärts steigen kann. Das Grünmalz läßt man meist durch Ausbreiten auf einem geräumigen Boden, der Schwelchtenne, erst oberflächlich abtrocknen und bringt das Luftmalz alsdann in den obersten Darrraum, auf dessen Boden es in gleichförmig dünner Schicht ausgebreitet und hier von Zeit zu Zeit umgeschaufelt wird. Nachdem hier der größte Teil des Wassers verdunstet ist, wird das Malz durch die im Boden befindliche Klappe in den darunter befindlichen Darrraum gestürzt, in welchem die Darrung bei höherer Temperatur beendet wird. Je nach der in den Darrräumen herrschenden Temperatur, je nach der Regelung des Luftstroms hat man es in seiner Gewalt, Malz von hellerer oder dunklerer Färbung zu erzeugen. Das zum Färben der ganz dunkeln Biere bestimmte Farbmalz wird nach dem Darren in rotierenden eisernen Cylindern über freiem Feuer geröstet. In neuerer Zeit sind Vorrichtungen, die sog. mechanischen Malzdarren, konstruiert, bei denen das Wenden und der Transport des Malzes nicht durch Menschenhand, sondern durch Maschinenkraft besorgt wird.