FeedDarren
TechnikBrockhaus 1882

Darren (frz. fours à dessécher, engl. dryingstoves) sind Vorrichtungen, mittels deren vegetabilische Stoffe bei erhöhter Temperatur getrocknet oder oberflächlich geröstet werden. Man verwendet dieselben hauptsächlich zum Trocknen im großen von Malz, Getreide, Holz, Torf, Flachs, Hacf⸗ Hopfen und Zuckerrüben. Zu den wichtigsten gehören die Malzdarren, Anstalten zum D. des Gerstenmalzes für den Gebrauch in der Bierbrauerei und Spiri-Früher kannte man für diesen Zweck nur die sog. Rauchdarren, bei denen das Malz auf geflochtene Hürden gebracht wurde, durch welche der Rauch hindurchzog, wodurch das Malz und infolge dessen das Bier einen unangenehmen Geschmack erhielt. Um diesen Übelstand zu vermeiden, belegte man später die Rauchkanäle mit Metallplatten oder Rasn doch wurde bei dieser Einrichtung das Malz nur sehr ungleichmäßig gedörrt. egenwärtig werden sämtliche D. mit Baper Luft geheizt, wobei das Malz auf siebähnlich durchlöcherten Blechen (Blechdarren, Plattenhorden) oder auf (Drahtdarren, Drahthorden) neuester Konstruktion ist in dargestellt. beldar ist eine sog. sind zwei Horden h und hi übereinander angeordnet. Unten ist der Calorifére A aufgestellt, welcher bei F strei en durch A, treten oben in eine Kammer, sinken in einem Teil der Heizrohre a nieder und steigen in einem zweiten Teil dieser Rohre wieder empor, worauf sie in den Kanal d treten und durch diesen und den Schornstein di ins Freie gelangen. Der Raum G dient teils zur Verstärkung des Luftzugs, teils zur bequemen Reinigung der Züge. Der Raum D unter der ersten Horde ist die Wärmekammer, die sog. Sau, in welche die durch a in den Calorifere Luft dur und dort erhitzte b eintritt. Mittels des an der untern Offnung des Schornsteins 8 angebrachten Schirms k kann die Temperatur im Darrraum reguliert werden. In England heizt man die D. häufig mit Hochdruckdampf, der unter den Drahtgeflechten in Röhren cirkuliert. Beim D. selbst ist es von Wichtigkeit, daß das Malz langsam erwärmt und fleißig gewendet werde. Der Wärmegrad wird durch welche das Malz erhalten soll, Wahl der zu brauenden Bier-Spiritusbereitung verwendete schwach gedarrt werden. entweder eigene Ofen mit backofenähnlichen Gewölben oder bloße Schmelzöfen, sog. Darrsolches Holz, das rasche, Brennmaterial erzeugen soll, wie Einführung der Gasfeuerun in den Porzellanmanufak-Blaufarbenwerken u. s. w. für nötig gehal-Feuchtigkeitsgehalts möglichst entbebufs der Aufbewahrung und Werften, im Handel mit auslänw. Am wichtigsten ist das Eisenbahnschwellen bestimmten Holzes, bis zur angehenden Verdienen zum Trocknen des Zwar kann dies auch in der bei weitem nicht mit der Schnelligkeit wie in Darrstuben oder Darröfen. Erstere sind geräumige, mit erhitzter Luft erwärmte Kammern, letztere viereckige Backöfen, in welchen die Flachsstengel senkrecht aufgestellt werden. Bei der Feuerung ist wohl zu beobachten, daß die Temperatur den Siedepunkt des Wassers nicht erreiche, indem sonst der Flachs mürbe und brüchig wird. Obstdarren, zum D. des Obstes, gibt es eine große Anzahl von abweichender Konstruktion. Gewöhnlich sind diese dergestalt eingerichtet, daß ein freier Strom erhitzter Luft in ihrem Innern cirkuliert und das auf geflochtenen Horden flach ausgebreitete Obst allmählich von seinem überschuß an Wasser befreit wird. Als vorzüglichste Obstdarren sind die Christsche und die Hessische bekannt. Die Obstluftdarre ist ein einfacher Behälter zum Trocknen des Obstes an der Sonne, ohne daß dasselbe von Tieren u. s. w. beschädigt werden kann. Der Obstdarre ist in der Konstruktion die Rübendarre ähnlich, auf welcher die geschnitzten Zuckerrüben getrocknet und dadurch zum weitern Transport und zur Konservation geeignet werden. Besondere Rübendarranstalten gibt es in der Pfalz und im Elsaß. Die Getreidedarren oder Riegen sind nur im Norden Europas üblich, wo der rasch verlaufende Sommer eine künstliche Trocknung der Getreidekörner für längere Aufbewahrung oder weite Versendung notwendig macht. Sie bestehen aus von Ziegeln erbauten Häusern, in welchen Darrkammern durch die einem großen Ofen entströmende heiße Luft erwärmt werden und das Getreide so getrocknet wird, daß es wohl zur Mehlbereitung tauglich bleibt, dagegen seine Keimfähigkeit verliert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 889Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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