FeedMandel(Eduard)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Mandel(Eduard), ausgezeichneter Kupferstecher, geb. 15. Febr. 1810 in Berlin, machte von 1826 an unter Buchhorns Leitung einen vierjährigen Kursus im Kupferstecher-Institut der Akademie durch. Sein erster bedeutender Stich, mit dem er 1835 auftrat: der Krieger und sein Sohn, nach Hildebrandt, fand allgemeine Anerkennung, sodaß der Preußische Kunstverein ihn sofort mit dem Stich der Begasschen Lorelei beauftragte, welche Aufgabe er 1839 löste. Schon 1837 machte die Akademie ihn zu ihrem Mitgliede, und von Paris aus erhielt er die goldene Medaille. Dorthin ging er auch, nachdem er noch einen ital. Hirtenknaben, nach Pollack (1840), vollendet hatte, um van Dycks Porträt, nach diesem selbst, im Louvre zu stechen. Im J. 1843 lieferte er das Porträt Tizians, nach dem Selbstbildnis des Meisters im berliner Museum. Später erschienen das Bildnis der Königin Elisabeth von Preußen, nach Stieler, das Porträt des Großen Kurfürsten von Brandenburg, nach Nason, für die Werke Friedrichs d. Gr.; die Vedova, nach Leopold Robert; die Madonna colle stelle, nach Carlo Dolce, aus der Galerie zu Blenheim; Christus, weinend über Jerusalem, nach Ary Scheffer. Außerordentlichen Erfolg hatte M.s Stich des Bildnisses Karls I. von van Dyck, in der dresdener Galerie (1851), dann folgten namentlich die Madonna Colonna, nach Rafael (1855), Eece homo, nach Guido Reni, und Mater dolorosa, nach Carlo Dolce (1858); Porträt Rafaels im Louvre, nach ihm selbst (1860); Gretchen auf dem Wege zur Kirche, nach Kaulbach, die Madonna della Sedia, nach Rafael (1865), und die sog. Bella nach Tizian. Sein berühmtester Stich ist der von Rafaels Madonna Sistina, zu welcher er 1873 in Dresden die Zeichnung anfertigte. M. starb 20. Okt. 1882 in Berlin.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 401Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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