Mandelbaum (Amygdälus communis L.), ist dem Pfirsichbaum (s. d.) außerordentlich ähnlich und unterscheidet sich von ihm in der Hauptsache nur durch die trocken-lederartigen, meistens aufspringenden Früchte. Ohne Blüte und Frucht sind beide mit Sicherheit nicht zu unterscheiden. Nach neuern Forschungen dürfte das Vaterland des M. in Syrien und Mesopotamien, vorzugsweise aber im Antilibanon zu suchen sein. Von hier breitete er sich über einen großen Teil Asiens aus, und war sicher schon im 6. Jahrh. v. Chr. in Griechenland und wohl nicht vor der Mitte des 1. Jahrh. v. Chr. in Italien (Nuces graecae) bekannt. In Deutschland gedeiht er nur in sehr geschützten Lagen, um so besser in Südeuropa. Die als Mandeln bekannten Früchte des M. galten schon den Ärzten des Altertums als ein wichtiges Heilmittel, zumal den arabischen. Bei den Alten hatten sie auch eine tiefe symbolische Bedeutung; die bittern galten als Sinnbild des Schmeres, die Mandeln uüberhaupt als Symbol der im Dr aufs neue sich verjüngenden Naturkraft. es Gehalts an Blausäure wegen wurden sie schon Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XI. frühzeitig als Mittel geschätzt, Trunkenheit zu verhindern und den Wohlgeschmack des Weins zu erhöhen, weshalb sie stets bei Gastgelagen auf die Tafel gestellt wurden. Die süßen Mandeln enthalten über 50 Proz. fettes, mildes ol (s. Mandelöh, etwas Gummi, Traubenzucker und Cellulose, haben einen angenehmen Geschmack und sind sehr nahrhaft. Die bittern Mandeln enthalten außerdem noch Amygdalin, welches beim Zerstoßen das blausäurehaltige Bittermandelöl (s. d.) bildet, sodaß sie für viele Tiere ein tödliches Gift sind. Man kultiviert am meisten folgende Sorten: 1). Die gemeine bittere Mandel, mit großen blassen Blüten vor dem Ausschlagen des Laubes, Griffel am Grunde wollig. 2) Die gemeine süße Mandel, mit eiförmig amalen kleinen Früchten und graugrünen schmalen, weidenartigen Blättern; von ihr hat man eine gefüllt blühende und eine buntblätterige Spielart. 3) Die Krachmandel, mit leicht zerbrechlicher Schale; die Blüten erscheinen zugleich mit den Blättern und ihre blaßroten Blütenblätter sind breiter und tief ausgerandet, die Laubblätter telen als bei der süßen Mandel und mit dickern Stielen. 4) Die große Mandel; Blätterstiele kurz und dick, Blätter breiter, zugespitzt, von lebhafterm Grün und wollig, Blüten größer als bei allen übrigen Formen und früher als die Blätter, Frucht am Grunde vertieft, vorn spitz, breit, umgekehrt herzförmig. Eine eigentümliche Form des M., der Pirich-Vaudelhaum⸗ hat eiförmige, wenig saftige, bald mandel⸗, bald pfirsichartige Früchte auf einem und demselben Baume. Man hält ihn für einen Blendling vom Mandel- und vom Pfirsichbaume, wahrscheinlich aber ist er dies nicht, sondern die Ausgangsform beider. Als Zierstrauch verdient auch der Zwerg-Mandelbaum, von 1,0 m Höhe, genannt zu werden. Im zeitigen Frühjahr bedecken sich die langen rutenförmigen Aste mit roten, seltener weißen Blüten, deren Blätter jedoch bald abfallen.