FeedEicheus (Friedr. Eduard)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Eicheus (Friedr. Eduard), ausgezeichneter Kupferstecher, geb. 27. Mai 1804 in Berlin, besuchte seit 1816 die Zeichenschule der Akademie der Künste, in deren damals unter der Leitung Buchhorns stehende Kupferstichschule er 1819 aufgenommen wurde. Nach Erlangung einiger akademischer Preise trat er 1827 eine Studienreise dur land über Paris nach Italien an. In Paris arbeitete er unter Forster und Richomme. Ein Jahr darauf ging er in die Aummt eoneusch Toschis uisch Parma, wo er seine Kunst theoretisch und prakti drei Jahre lang übte. Dazwischen besuchte er auf kurze Zeit Venedig, wo er das berühmte Bild: die Tochter Tizians, zeichnete (jetzt im Museum 40 Berlin befindlich). Er verließ 1831 die Schule Toschis und ging zunächst nach Florenz, wo er eine Zeichnung nach dem Rafaelschen Bilde: die Vision des Czechiel, machte und das groß e Paar von Toscana für den spätern Sti oschis porträtierte. Dann kehrte er nach einem kürzern Aufenthalte in Rom und Neapel über Tirol und München nach Berlin zurück. Hier ward er zum Professor ernannt und von der Akademie zum Mitgliede erwählt. Seit 1833 wirkte er bei der Gewerbeschule als Zeichenlehrer. Zu seinen hie Aupenun und vorzüglichsten Arbeiten gehören: die Anbetung der heiligen drei Könige nach Rafaels Bild; die Vision des Ezechiel; die heil. Magdalena nach dem Gemälde Domenichinos; das Bild Toschis nach eigener geichnung; die Bildnisse Friedrichs d. Gr., seiier Mutter und seiner Schwester, für die Herauszabe der Werke des Monarchen; die Tochter Tiians; Maria mit dem Kinde aus einer Laubenthür retend, nach Steinbrück; das Bildnis des Staatsninisters von Schön nach J. Wolff; Friedrich d. Gr. und seine Schwester als Kinder, nach Pesne; das Porträt König Friedrich Wilhelms IV., nach einem Biowschen Lichtbilde. Später beschäftigten hn die Stiche nach den Kaulbachschen Kartons zu den Wandgemälden im neuen Museum zu Berlin, von denen er Homer und die Griechen, die Kreuzzüge und den Babelturm 1865 beendet hatte. Das Reformationszeitalter wurde 1867 gleichzeitig mit den beiden Friesen über den Wandgemälden (12 Platten) deendet. Mit einem Christuskopfe nach Seb. del Biombo schloß E. 1871 seine Thätigkeit als Kupferstecher ab. Seine Nachbildungen tragen den Stempel der Treue und Korrektheit; er gehörte zu den besten Zeichnern seiner Zeit. E. starb5. Mai 1877 zu Berlin. Philipp Hermann E., sein jüngerer Bruder, —3 13. Sept. 1812 zu Berlin, studierte bis 1832 ie Malerei in der Schule Hensels, widmete aber dann der Lithographie und ging 1835 nach Paris. Von dort aus machte er 1839—41 eine Kunstreise nach Oberitalien. Im J. 1846 wandte er sich wieder nach Berlin, um hier den Mezzotintostich zu erlernen, den er seit 1849 in Paris mit grobem Erfolg ausübt. Das Bildnis Rauchs nach LAllemand, Stiche nach L. Robert, Maes u. a. sowie die Platten La Madonna di Seviglia na Murillo, Florinde nach Winterhalter, La Martyre nach Delaroche u. a. fanden viel Beifall.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 802Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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