Manin (Daniele), ital. Staatsmann, geb. 13. Mai 1804 zu Venedig, erwarb sich daselbst den Ruf eines tüchtigen Sachwalters, gehörte neben Niccolo Tommaseo zu den Häuptern der antiösterr. Partei, wurde mit Tommaseo im Jan. 1848 verhaftet, aber im März auf die Forderung des Volks wieder freigegeben. M. war der Leiter der unblutigen Revolution vom 22. März, welche den Abzug der Ssterreicher aus Venedig herbeiführte, und wurde, nachdem die Proklamierung der Republik San-⸗Marco erfolgt, Kabinettspräsident der Provisorischen Regierung. Dieselbe trat, nachdem 4. Juli die Fusion Venedigs mit Sardinien beschlossen war, zurück. Doch übernahm M., als die Piemontesen sich zum Waffenstillstand vom 9. Aug. verstehen mußten, aufs neue die Regierung, welche erst mit dem Falle Venedigs (24. Aug. 1849) endigte. Da die Kapitulation M. von der österr. Amnestie ausschloß, schiffte er sich drei Tage vor dem Einzug der Ssterreicher nach Frankreich ein und begab sich nach Paris, wo er als Sprachlehrer lebte und 22. Sept. 1857 starb. Seine Leiche wurde 1868 nach Venedig gebracht und an der Nordseite der Markuskirche beigesetzt. Auch wurde ihm 1875 zu Venedig auf dem Platze vor dem Teatro Rossini ein Bronzedenkmal gesetzt. Später erschienen die von F. Planat de la Faye übersetzten Documents et pièces authentiques laissés par Daniele M.v (Par. 1860). Vgl. Errera und Finzi, (La vita e i tempi di Daniele M. (Vened. 1872); Errera, Daniele M. e Venezias (Flor. 1875).