FeedMann
HeilkundeBrockhaus 1882

Mann, ein menschliches Individuum männlichen Geschlechts während des Zeitraums der Reife. Das Mannesalter rechnet man von der völligen Geschlechtsreife bis zum Eintritt des Greisentums, also im Durchschnitt vom 24. bis gegen das 60. Lebensjahr. In dieser Zeit hat der M. seine höchste geistige und körperliche Ausbildung erlangt und steht im Vollgenuß seiner Kräfte. Das Wachstum in die Länge und Breite ist abgeschlossen, und nur gut lebende, wenig thätige junge Männer oder dem Greisentum sich nähernde gewinnen an Körperumfang. Anstrengungen und Entbehrungen werden in dieser Zeit wohl ertragen; selbst Excesse schaden nicht so sehr wie früher. Im Beginn des Mannesalters nimmt der Verstand rasch und bedeutend an Schärfe zu, das Handeln gewinnt an Umsicht und Besonnenheit, der Charakter wird fester, und alle diese geistigen Eigentümlichkeiten werden stabiler. Auch die körperliche Gesundheit ist in diesem Lebensalter am sichersten, sobald die Jugend nicht unter zu großen Anstrengungen, Elend oder Ausschweifungen verlaufen war; selbst akute Krankheiten, wie Brustentzündungen, Typhus, verschonen den M. mehr als den Jüngling und den Greis, während sich beim Bestehen alter Krankheitsanlagen der Ausfall gerade hier sehr merklich macht. Geistige Störungen, vor allem die allgemeine Paralyse, raffen jedoch gerade Männer in ihrer Blütezeit dahin. (S. Alter, Jüngling und Greis.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 413Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

In anderen Lexika 2

Alle Lexika nebeneinander →

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Heilkunde 6