Manuel (Pierre Louis), franz. Konventsdeputierter, geb. 1751 zu Montargis, lebte nach vollendeten Studien als Hauslehrer und Schriftsteller zu Paris und geriet wegen eines gegen Geistlichkeit und Regierung gerichteten Pamphlets in die Bastille. Nach den Ereignissen vom Juli 1789 trat er in den Gemeinderat von Paris. Hierdurch erhielt er Gelegenheit, aus den Papieren der Polizei die Schrift La police de Paris dévoiléeh (2 Bde., Par. 1791) abzufassen. Als eifriger Jakobiner wurde er gegen Ende 1791 Gemeindeprokurator. In dieser Stellung förderte er den Umsturz des Throns und leitete die Unruhen vom 20. Juni und 10. Aug. 1792. Von der Hauptstadt in den Konvent gesandt, hielt er sich zu der Gironde. Am 7. Okt. 1792 mußte er Ludwig XVI. die Errichtung der Republik mitteilen und denselben der äußern Zeichen der königl. Würden entkleiden. Von der Bergpartei des Betrugs bei der Stimmenzählung beschuldigt, wurde er auf der Stelle infam erklärt und mußte den Konvent unter Mißhandlungen verlassen, worauf er nach Montargis sich begab. Im Aug. 1793 ließ ihn der Konvent verhaften und nach Paris bringen. Zuvörderst mußte er im Prozeß der Königin als Zeuge auftreten. Am 14. Nov. indes stellte man ihn selbst vor Gericht, beschuldigte ihn, Urheber der Septembergreuel gewesen zu sein, legte ihm aber auch zur Last, mehrere Schlachtopfer gerettet zu haben. Er ward zum Tode verurteilt und 15. Nov. hingerichtet. M. gab die Wettres de Mirabeau à Sophier heraus (4 Bde., Par. 1792).