Maratti oder Maratta (Carlo), berühmter Maler der röm. Schule, geb. 1625 zu Camerino in der Mark Ancona, war ein Schüler des bolognesischen Malers Sacchi, bildete sich aber hauptsächlich nach Rafael. Von Clemens XI., dem franz. König und andern Fürsten hoch gehalten, starb er 15. Dez. 1713 in Rom. Sein Verdienst besteht in der bewußten Rückkehr zu den großen Klassikern des 16. Jahrh. in einer Zeit des äußerlichen Manierismus. Die Anzahl seiner Madonnen-und sonstigen Heiligenbilder ist sehr groß. Die meisten derselben befinden sich zu Rom (zu St. Peter, im Lateran, in den Palästen Chigi, Doria u. s. w.), Siena, Florenz, Perugia, in der dresdener Galerie und im Louvre. Auch vollführte er die sorgfältige Restauration der Rafgelschen Fresken im Vatikan. Seine Biographie schrieb Bellori (&Vita del cavaliere M.v, Rom 1731 —32). — Seine Tochter, Faustina M., war sowohl Malerin als Dichterin und mit dem Dichter Zappi (s. d.) vermählt.