FeedMargarete
GeschichteBrockhaus 1882

Margarete, Beherrscherin von Norwegen, Dänemark und Schweden, geb. 1353, war eine Tochter des Königs Waldemar IV. Atterdag von Dänemark. Bei Gelegenheit einer Friedensverhandlung vermählte ihr Vater die zehnjährige Prinzessin mit dem König Hakon VI. von Norwegen (geb. 1340, gest. 1. Mai 1380), und die Hochzeit ward zu Kopenhagen 9. April 1363 feierlich begangen, jedoch erst drei Jahre nachher vollzogen. Aus dieser Che entsprang ein einziger Sohn, Olaf (geb. 1371, gest. 3. Aug. 1387), welcher bereits 1376 seinem Großvater Waldemar in Dänemark und 1380 seinem Vater Hakon in Norwegen folgte. Für den unmündigen Knaben führte M. als Vormünderin die Regierung mit Kraft und Geschick, und so wurde sie nach Olafs Tode sofort zur Fürstin des Reiches Dänemarko erwählt. Das Gleiche geschah in Norwegen (6. Febr. 1388), und bald darauf gewann sie auch Schweden. Der König Albrecht (von Mecklenburg), welcher seit 1363 dort herrschte, hatte sich mit einer mächtigen Adelspartei veruneinigt, welche M. zu Hilfe rief und ihr versprach, sie als selbstregierende Fürstin und Frau des Reiches Schweden anzuerkennen (22. März 1388). Am 24. Febr. 1389 ward nun König Albrecht bei Falköping besiegt und gefangen und ganz Schweden unterworfen. Nur die Stadt Stockholm widerstand bis ins siebente Jahr der dän. Belagerung und wurde dabei von Mecklenburg aus mit Zufuhr von Lebensmitteln unterstützt. Erst 17. Juni 1395 kam ein Vergleich zu Stande, demgemäß König Albrecht und dessen Sohn Erich in Freiheit gesetzt und diesen die Wahl gelassen wurde, binnen drei Jahren entweder in die Gefangenschaft zurückzukehren oder 60000 Mark Silber an Lösegeld zu zahlen oder Stockholm zu übergeben. Die Bürgschaft für diesen Vergleich übernahm die deutsche Hansa (8. Sept.), welche dann Besatzung nach Stockholm legte und nach Ablauf der gesetzten Frist die Stadt 29. Sept. 1398 an M. übergab. Schon vorher hatte M. durchgesetzt, daß man in allen drei Reichen den Enkel ihrer Schwester Ingeburg, Erich von Pommern (geb. 1382), zum König wählte, und sie ließ diesen feierlich als solchen zu Kalmar in Schweden 17. Juni 1397 krönen. Doch begnügte sie sich nicht damit, sondern wollte eine dauernde Vereinigung stiften. Am Namenstage M.s, 20. Juli 1397, ward zu Kalmar, unter Mitwirkung von Reichsräten aus Dänemark, Schweden und Norwegen, die sog. Kalmarische Union (s. d.) abgeschlossen, die freilich keinen Bestand hatte. Nachdem König Erich mündig geworden, übernahm er selbst die Regierung; doch behielt M. den größten Einfluß. Noch bei Lebzeiten Olafs, im Aug. 1386, hatte sie mit den Grafen von Holstein Frieden geschlossen und denselben Schleswig als dan. Fahnenlehn überlassen. Jetzt suchten M. und Erich wieder in Schleswig festen Fuß zu fassen. Mitten in diesen Bestrebungen starb M. auf ihrem Schiffe im flensburger Hafen 28. Okt. 1412. Vgl. Erslev, „(Dronning M. (Kopenh. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 440Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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