FeedMaria-Theresienthaler
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Maria-Theresienthaler, Levantiner Thaler, heißt eine größere Silbermünze, welche seit 1765 in Ssterreich für den Handel mit Ostafrika und Westasien geprägt wird. Bis zum Sommer 1876 hatte dieselbe auch auf den Jonischen Inseln gesetzlichen-Umlauf. Hinsichtlich des Stoffs ist sie nichts anderes als der alte Konventionsthaler (Speziesthaler, das Stück von 2 Konventionsgulden), da 12 Stück aus der wiener oder 10 Stück aus der wiener-kölnischen Mark fein Silber geprägt werden, in einer Feinheit von 13¼½ Lot oder 833 ½ Tausendsteln oder 5 Sechsteln. Der M. ist demnach = 1/ Thlr. des frühern norddeutschen 14-Thalerfußes. Sein Unterschied vom frühern österr. Konventionsthaler liegt im Gepräge, welches dasselbe geblieben ist, wie zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia, und unter dem man ihn in den Ländern seiner heutigen Bestimmung kennt und schätzt. Er zeigt noch heute das Bildnis jener Regentin und seit 1780 unverändert diese Jahreszahl. Bis zur Abtrennung Venetiens von Ssterreich wurde er in Venedig geprägt: seitdem geschieht dies in Wien. Die Ausprägung der M. erfolgt nur auf Bestellung, also gegen Einlieferung von Silber oder Silbermünzen, und sie sind demnach jetzt eine sog. Fabrikationsmünze. Da die M. in ihrer Heimat keinen gesetzlichen Umlauf haben, so erscheinen sie zugleich als Handelsmünze. Der M. kommt dabei lohne die 1½ Proz. betragenden Prägekosten) auf 2 Fl. 10 ½ Kr. Silberwährun im 45-Guldenfuße, demnach im ganzen auf 2 Fl. 13/ Kr. in letzterm Münzfuß zu stehen. Im J. 1875 wurden nahe an 3½ Mill. Stück M. in der wiener Münzstätte geprägt, und von 1765 bis Ende 1875 sind über 60 Mill. Stück fabriziert worden. Sie gehen meist (für triester Rechnung) nach Agypten, Abessinien und Arabien. (Vgl. Speziesthaler.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 453Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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