Mariazell, der berühmteste Wallfahrtsort der Osterreichisch-Ungarischen Monarchie, ein Marktflecken in der Bezirkshauptmannschaft Bruck des Herzogtums Steiermark, an dem Salzabach, ist der Sitz eines Bezirksgerichts und zählt (1880) 1192 CE., die zum großen Teil ihren Unterhalt aus dem Verkehr mit den zahlreichen Fremden und Pilgern, sowie aus dem Handel mit Heiligenbildern, Rosenkränzen u. s. w. ziehen. Die 1363 von König Ludwig I. von Ungarn wegen Rettung aus der Serbierniederlage an der Marizza gegründete, größtenteils aber erst in neuerer Zeit erbaute und nach dem Brande von 1827 wiederhergestellte Wallfahrtskirche enthält die Gnadenkapelle, die durch ein silbernes Gitter geschlossen ist. Den Hochaltar ziert ein Kreuz von Ebenholz, mit Christus und Gott Vater aus Silber. Das Gnadenbild der Maria ist aus Lindenholz und 0,5 mhoch. Leuchter und Antependium sind aus Silber, und auch sonst ist die Kirche im Besitze vieler Kostbarkeiten und eines bedeutenden Vermögens. Die Wallfahrt von Wien kommt 1. Juli, die von Graz 14. Aug. an. Man zählt jährlich über 200000 Pilger. Die Umgebungen des Ortes sind malerisch schön. Auch Klein-Mariazell, ein Dorf in der niederösterr. Bezirkshauptmannschaft Baden, Gerichtsbezirk Pottenstein, an der Triesting, 37 km südwestlich von Wien, mit 374 E., ist ein Wallfahrtsort, an welchem früher ein Kloster bestand.